Zwei vor dem Kriegstribunal angeklagte Verbrecher haben Serbien verlassen
Keinen Schutz für serbische Kriegsverbrecher

Reuters BELGRAD. Die vom internationalen Kriegsverbrechertribunal angeklagten bosnischen Serben Radovan Karadzic und Ratko Mladic haben nach Angaben aus Regierungskreisen in Belgrad Serbien verlassen. Sie seien in den serbischen Teil der benachbarten Republik Bosnien-Herzegowina gegangen, verlautete am Donnerstag in Belgrad. Grund sei, dass sie zu dem Schluss gekommen seien, die neue Regierung in Belgrad schütze sie nicht mehr. Nach den letzten Festnahmen sei ihnen klar geworden, "dass sie keine Protektion mehr haben", hieß es.

Karadzic war Führer der bosnischen Serben im Bosnienkrieg Anfang der 90er Jahre, Mladic war sein Militärkommandeur. Beide konnten sich unter Präsident Slobodan Milosevic in Serbien einigermaßen sicher fühlen. Milosevic, ebenfalls wegen Kriegsverbrechen vom Tribunal in den Haag angeklagt, war im Oktober gestürzt worden. Im vergangenen Monat war von den neuen Behörden in Belgrad Milosevics Polizeichef festgenommen worden. Das Kriegsverbrechertribunal wirft Karadzic, Mladic und Milosevic Menschenrechtsverletzungen und Völkermord vor.

Unterdessen äußerte sich der jugoslawische Botschafter Milan Protic in Washington überzeugt, dass Milosevic bis Ende März festgenommen werde. Bis zum 31. März hat die neue Regierung in Belgrad Zeit, ihre Zusammenarbeit mit dem Kriegsverbrechertribunal in den Haag unter Beweis zu stellen. Der amerikanische Kongress hat bereits gedroht, Jugoslawien erhalte andernfalls nicht die 100 Mill. $ an US-Hilfe, die das Land dringend benötigt und zugesagt bekommen hat.

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