Zwei Werke in Deutschland werden geschlossen
Electrolux streicht 2 800 Arbeitsplätze

Der schwedische Hausgeräte-Hersteller Electrolux (Hauptmarken AEG, Electrolux und Zanussi) greift erneut zu harten Sparmaßnahmen. Nach einer Aufsichtsratssitzung teilte das Unternehmen mit, dass weitere 2 800 der weltweit rund 87 000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen.

gil DÜSSELDORF. Es werden fünf Werke geschlossen, davon zwei in Deutschland. Der Konzern will durch die Maßnahmen bis zum Ende des Jahres 2003 rund 1,4 Mrd. schwedische Kronen (umgerechnet rund 150 Mill. Euro) einsparen. Erst im Oktober hatte Electrolux den Abbau von 2 100 Arbeitsplätzen angekündigt.

In Deutschland will der Konzern die Werke in Herborn und Kassel schließen. Die Produktion von Herden im hessischen Herborn mit jetzt 300 Beschäftigten wird in das Werk Rothenburg verlagert. Die Produktion von Kühlschränken im Werk Kassel mit 400 Beschäftigten soll nach den Plänen in Werke nach Schweden und Italien verlegt werden. Daneben schließt Electrolux Produktionsstätten in Norwegen, Indien und Lateinamerika.

Weitere Rationalisierungen sollen Einsparungen und verbesserte Strukturen erbringen. So sollen in Europa die Markenzentren im europäischen Hauptquartier in Brüssel konzentriert werden. Neue Produktplattformen sollen mehr Neuheiten und weniger und schlankere Fabriken ermöglichen. Für die Maßnahmen hat Electrolux eine Rückstellung von umgerechnet knapp 160 Mill. Euro gebildet.

Aktie erholte sich

An der Börse in Stockholm reagierte der Kurs der Electrolux-Aktie auf die Ankündigung zunächst mit einem Fall von 160 auf 152 Kronen, danach erholte sich die Aktie aber wieder auf den Vortageskurs von 157 Kronen. Offenbar war die Maßnahme keine große Überraschung, da in den vergangenen Tagen bereits Kürzungen erwartet worden waren. In Deutschland hatten rund 1 500 Beschäftigten gegen drohende Stellenstreichungen protestiert.

Der im Mai zu Ericsson wechselnde Electrolux-Chef Michael Treschow versucht seit längerem, den Weltmarktführer bei Hausgeräten auf Kurs zu bringen. Erst Ende Oktober hatte er neben dem Abbau von 2 100 Stellen angekündigt, dass der Konzern im Jahr 2001 wesentlich weniger verdienen werde als im Vorjahr. Er erwartet bis zum Jahresende keine Verbesserung des Marktes in Europa und den USA. Der Gewinn war im dritten Quartal um mehr als 40 % unter dem Wert des Vorjahres geblieben.

Pessimistisch hat sich vor kurzem auch der Branchenverband ZVEI für den deutschen Hausgeräte-Markt geäußert. "Die Erwartungen an das Inlandsgeschäft haben sich nicht erfüllt", räumte der Sprecher des Fachverbandes Karsten Jaspersen ein.

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