Zweifel am dauerhaft hohen Produktivitätswachstum
Greenspan warnt vor Ölpreisschock

Die US-Wirtschaft ist nach den Worten von US-Notenbankchef Alan Greenspan potenziell verwundbar durch einen möglichen Ölpreisschock im Zuge der Nahost-Krise.

Reuters CHICAGO. Der Anstieg des Ölpreises müsste allerdings ziemlich stark ausfallen, um der amerikanischen Wirtschaft zu schaden, sagte Greenspan am Freitag bei einer Bankenkonferenz in Chicago.

Je geringer die Abhängigkeit von Ölimporten sei, desto stärker müssten die Ölpreise steigen, um den USA wirtschaftlich zu schaden. Die heute geringere Abhängigkeit der USA von Ölimporten als vor 20 oder 30 Jahren bedeute, "dass ein wesentlich stärkerer Anstieg nötig wäre, um den Schaden anzurichten", der in den 70-er Jahren entstanden sei. Die Ölpreise waren angesichts der Spannungen in Nahost deutlich angezogen, pendeln seit einigen Tagen um 26 $ je Barrel (159 Liter).

Weiter sagte Greenspan, es sei derzeit schwer zu sagen, ob die Produktivität in den USA dauerhaft einen höheren Wachstumspfad erreicht habe. Doch es sei eher unvernünftig zu glauben, die Produktivität werde künftig mit dem hohen Tempo der vergangenen sechs Monate weiter steigen. In dieser Zeit habe die Produktivität um durchschnittlich 7 % zugenommen, doch seien Menschen nicht in der Lage, diese in solchem Ausmaß ewig weiter zu steigern. "Entweder befassen wir uns mit einem Problem statistischer Störgeräusche oder es sind darin einige besondere Faktoren eingeschlossen", sagte der Fed-Chef.

In jedem Fall hätten kräftige Investitionen dazu beigetragen, die USA produktiver zu machen. "Rückblickend wäre es vorstellbar, wenn wir das auch noch nicht wissen, dass das zu Grunde liegende Produktivitätswachstum in den späten 90er Jahren möglicherweise etwas unterschätzt worden ist", sagte Greenspan, weil die Unternehmen wegen des seit 1991 andauernden Aufschwungs so viel investiert haben.

Quelle: Handelsblatt

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