Zweifel am Reformpaket von Schröder: Großhändler setzen im Februar deutlich mehr um

Zweifel am Reformpaket von Schröder
Großhändler setzen im Februar deutlich mehr um

Die deutschen Großhändler haben im Februar deutlich mehr umgesetzt als vor einem Jahr. Der Branchenverband BGA zeigte sich dennoch unzufrieden und warnte vor erneut sinkenden Umsätzen.

Reuters WIESBADEN. Zum Vorjahr seien die Großhandels-Umsätze um nominal fünf Prozent und unter Herausrechnen der Inflation (real) um 3,1 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Auch im Vergleich zum Januar habe der Großhandel saison- und kalenderbereinigt nominal 1,2 Prozent und real 0,8 Prozent mehr verkauft. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres sei damit nominal drei Prozent und real 1,4 Prozent mehr umgesetzt worden als im Vorjahreszeitraum.

Branchenverband erwartet keine Verbesserung der Lage

Der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) verwies darauf, "dass nach Monaten der Umsatzrückgänge aufgestaute Nachfrage wirksam wurde". Es sei nicht damit zu rechnen, dass sich die Geschäftslage in diesem Jahr erheblich verbessere. "Die Konjunktur steckt noch immer in der Stagnation, und die strukturellen Probleme Deutschlands sind noch nicht gelöst." BGA-Präsident Anton Börner sagte, er rechne nicht mit einer durchgreifenden Erholung in diesem Jahr und zweifle daran, dass Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sein Reformpaket umsetzen könne. Die Gewerkschaften sollten die Reformen unterstützen und zudem für niedrige Tarifabschlüsse sorgen.

In drei Teilbereichen des Großhandels lagen die Umsätze den Angaben des Statistischen Bundesamts zufolge sowohl nominal als auch real über den Ergebnissen von Februar 2002: Mit landwirtschaftlichen Grundstoffen und lebenden Tieren wurde nominal 4,2 Prozent und real 7,6 Prozent mehr Umsatz gemacht.

Der Großhandel mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern verzeichnete ein nominales Plus von 3,9 Prozent und einen realen Zuwachs von 4,4 Prozent. Der Großhandelsumsatz mit Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör legte nominal um ein und real um fünf Prozent zu. Beim Großhandel mit Rohstoffen, Halbwaren, Altmaterial und Reststoffen stiegen die Umsätze nominal um 8,7 Prozent und blieben real unverändert. Lediglich der Großhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren verzeichnete ein nominales Umsatzminus von 0,9 Prozent und einen realen Rückgang um 0,3 Prozent.

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