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Zweifel an antijüdischem Überfall in Pariser VorortzugDPA-Datum: 2004-07-13 11:10:44

Paris (dpa) - Der rassistische Überfall auf eine 23-jährige in einem Pariser Vorortzug ist vielleicht eine Erfindung. Bislang hat sich nach Polizeiangaben kein einziger Zeuge gemeldet, obwohl nach Aussagen der jungen Mutter zur Tatzeit etwa 20 Personen in dem Abteil gewesen sein sollen.

Paris (dpa) - Der rassistische Überfall auf eine 23-jährige in einem Pariser Vorortzug ist vielleicht eine Erfindung. Bislang hat sich nach Polizeiangaben kein einziger Zeuge gemeldet, obwohl nach Aussagen der jungen Mutter zur Tatzeit etwa 20 Personen in dem Abteil gewesen sein sollen.

Auch auf Videobändern der Station Sarcelles, wo die sechs Angreifer ihren Aussagen zufolge ausgestiegen sein sollen, hat die Polizei bislang keine Hinweise gefunden. Bekannte der Frau sagten der Polizei, dies sei nicht ihre erste grundlose Anzeige wegen eines Angriffs. «Diese Geschichte ist zu 99,9 Prozent völlig frei erfunden», sagte diese Bekannte der Tageszeitung «Le Figaro».

Einziger Nachweis des Tathergangs ist die Schilderung des Opfers selbst. Sie hatte erklärt, dass sechs mit Messern bewaffnete Jugendliche nordafrikanischer Herkunft ihr die Kleider aufgeschlitzt und ihr mit Filzstiften Hakenkreuze auf den Leib gezeichnet hätten, weil sie sie für eine Jüdin hielten. Keiner der Mitfahrer sei ihr zur Hilfe gekommen. Der Angriff hatte landesweite Empörung aller Politiker ausgelöst. Präsident Jacques Chirac hatte daraufhin Gnadenerlasse für rassistische Taten gestrichen.

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