Zweifel an Bilanzierungspraxis von Vivendi Universal belasten US-Börsen
Nasdaq auf Fünf-Jahres-Tief

Die Aktienmärkte an der New Yorker Wall Street haben sich heute schwächer präsentiert. Sowohl Standardwerte als auch Technologietitel bauten ihre Verluste vom Vortag aus.

br/HB NEW YORK. Belastet wurden die Märkte von Sorgen um die Bilanzierungspraxis von Unternehmen, Gewinnwarnungen und Herunterstufungen. Vor Handelsauftakt hatte ein Artikel der französischen Tageszeitung "Le Monde" für Unruhe gesorgt. Die Zeitung berichtete, der französisch-amerikanische Medienkonzern Vivendi Universal habe versucht, seine Bilanz für 2001 um 1,5 Mrd. Euro zu schönen. Bereits in der vergangenen Woche hatten die US-Konzerne Worldcom und Xerox Bilanzmanipulationen in Milliardenhöhe eingestanden. Sorgen vor möglichen Terroranschlägen am Unabhängigkeitstag (Donnerstag) drückten zusätzlich auf die Kauflaune. "Die Investoren suchen derzeit förmlich nach schlechten Nachrichten", beobachtete Keith Janecek von Legg Mason Wood Walker.

Der Dow-Jones-Index der 30 wichtigsten Industriewerte notierte zur Schlussglocke mit 0,9 % im Minus. Der breiter gefasste S & P-500-Index verlor 1,9 %. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index ging mit einem Abschlag von gut 3 % sehr schwach aus dem Handel.

Unter den Einzelwerten standen Vivendi im Mittelpunkt des Interesses. Die Aktien des Medienkonzerns stürzten um 21 % in die Tiefe und wurden zeitweise vom Handel ausgesetzt. Neben Spekulationen über Bilanzmanipulationen wurden die Papiere durch eine Ratingherabstufung durch Moody?s belastet. Die Ratingagentur hatte ihr Urteil für Vivendi-Anleihen auf die Junk-Bond-Kategorie gesenkt. In der Folge sackten auch andere Medienwerte ab. AOL Time Warner büßten mehr als 8 % ein, Yahoo verloren rund 14 %.

Tyco International sanken bei regem Handel um 7 %. Der Mischkonzern mit einem Produkt-Portfolio von Babywindeln bis Alarmanlagen hatte bekannt gegeben, beim Spin-Off der Tochter CIT Group 4,6 Mrd. $ erlöst zu haben. Damit erzielte Tyco nur halb so viel, wie der Konzern vor einem Jahr bei der Übernahme für den Finanzdienstleister bezahlt hatte. CTI notierten an ihrem ersten Handelstag rund 3 % unter dem Ausgabekurs.

Eine Gewinnwarnung von Advent Software drückte den Software-Sektor. Advent-Aktien fielen um 33 %, nachdem das Unternehmen eingestanden hatte, die eigenen Ziele im zweiten Quartal zu verfehlen. Rational Software (-2 %) warnte ebenfalls vor unter den Erwartungen liegenden Gewinnen. Die Aktien des Pharmaunternehmens First Horizon Pharmaceutical brachen um fast 80 % ein. Auslöser war ebenfalls eine Gewinnwarnung. Chipwerte kamen nach einer negativen Sektoranalyse durch Salomon Smith Barney unter die Räder. National Semiconductor verloren 17 %, Intel gaben 5 % ab und fielen auf ein Vier-Jahres-Tief. Die Aktien der Halbleiter-Zulieferer Applied Materials und Cymer gaben nach.

Gegen den Trend konnten sich Aktien des Pharma- und Kosmetikkonzerns Johnson&Johnson um 2,4 % verbessern. Ebenfalls im Plus notierten die Papiere von Tabakmultis Philip Morris (+2 %) und von Computer-Riese IBM (+1,7 %).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%