Zweifel an der Sanierungsfähigkeit
Magazin: EU sucht externe Prüfer für Holzmann

Der Baukonzern darf die Bundeshilfen erst nach der Untersuchung der externen Prüfer in Anspruch nehmen.

vwd HAMBURG. Die EU-Wettbewerbshüter haben offensichtlich Zweifel an der Sanierungsfähigkeit des Baukonzerns Philipp Holzmann AG, Frankfurt. Die Europäische Kommission will deshalb nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" externe Prüfer mit der Beurteilung der "industriellen und finanziellen Vorteile" der Restrukturierung beauftragen. Vom Ergebnis der Prüfungen werde es abhängen, ob 250 Mill. DM Bundeshilfen für die Rettung des Unternehmens freigegeben werden.

Indessen erwartet der Holzmann-Vorstandsvorsitzende, Konrad Hinrichs, "in den nächsten Wochen" grünes Licht aus Brüssel für die zugesagten Finanzmittel aus Berlin, berichtet die "Welt am Sonntag". Gegenüber der Zeitung betonte Hinrichs, dass der Baukonzern eine erfolgreiche Restrukturierung eingeleitet und den zur Auflage für die Rettung gemachten Kapazitätsabbau im Inland hinter sich gebracht habe. Ein "weiterer Kapazitätsabbau ist nicht vorgesehen", sagte Hinrichs. Trotz der schlechten Baukonjuktur in Deutschland rechnet er damit, das Jahr 2000 ohne Verlust abschließen zu können.

Holzmann wolle sich künftig noch stärker als bisher um Bauaufträge aus dem Ausland bemühen. Auch dafür benötige man das von Bundeskanzler Gerhard Schröder zugesagte Geld. "Wir kommen im laufenden Jahr zurecht, aber wir brauchen die Bundesmittel, um die Aufträge aus dem Ausland hereinholen zu können", führte Hinrichs weiter aus.

Die Bemühungen, den ehemaligen Holzmann-Mitarbeitern zu einem neuen Arbeitsplatz zu verhelfen, kommen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagausgabe) zufolge nur schleppend voran. Ein knappes halbes Jahr nach dem Start der Sanierungsphase hätten erst 40 bis 50 der insgesamt knapp 2 000 Beschäftigten, die im Laufe dieses Jahres in die Reutlinger Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Mypegasus GmbH gewechselt sind, eine feste Stelle gefunden. Rund 300 befänden sich in der Probezeit bei einem neuen Arbeitgeber, erklärte Thomas Schulz, Leiter für Grundsatzfragen und Personal bei Holzmann.

Arbeitsrechtsexperten und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) äußerten angesichts der Zahlen massive Kritik an der Auffanggesellschaft. Sie kümmere sich zuwenig um die Vermittlung auf den regulären Arbeitsmarkt.

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