Zweifel an Ehrenerklärung
NRW-SPD wirft Bundestagskandidaten raus

Die nordrhein-westfälische SPD hat als Konsequenz aus dem Kölner Spendenskandal einem ihrer designierten Bundestagskandidaten die Kandidatur entzogen.

Reuters DÜSSELDORF. Der nordrhein-westfälische SPD-Chef Harald Schartau sagte am Freitagabend nach einer Sitzung des Parteivorstands der NRW-SPD in Düsseldorf: "Er wird nicht für den Bundestag kandidieren."

Der Landesvorstand habe einstimmig beschlossen, Werner Jung seine Rechte als Parteimitglied zu entziehen. Es gebe Zweifel an den Ausgaben Jungs und den dafür vorgelegten Quittungen. Der 48-jährige Jung sollte erstmals für den Bundestag kandidieren und den Kölner Wahlkreis des langjährigen Abgeordneten Konrad Gilges übernehmen. Die nordrhein-westfälischen Kandidaten sollen am Samstag auf einem Landesparteitag bestätigt werden.

Schartau sagte, es werde nun ein Parteiordnungsverfahren eingeleitet. Die Schiedskommission der Partei werde darüber beraten, ob Jung aus der Partei ausgeschlossen werde.

Die SPD-Spitze hatte wiederholt betont, die Verwicklung in die Kölner Spendenaffäre umgehend zu ahnden. Der 48-jährige Jung gehörte als Bundestagskandidat zu den SPD-Politikern, die vor wenigen Tagen eine Ehrenerklärung zur Spendenaffäre abgegeben hatten. In der Erklärung versichern sie, keine fingierten Spendenquittungen angenommen zu haben. Inzwischen zurückgetretene Spitzenpolitiker der Kölner SPD hatten eingeräumt, illegale Spenden in Höhe von 424 000 Euro angenommen und diese als Kleinspenden diverser SPD-Politiker verbucht zu haben.

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