Zweistellige Tagesverluste
Versicherungsaktien im Rückwärtsgang

Die internationalen Börsen meinen es derzeit nicht gut mit den Versicherungen. Mit den Schweizer Versicherern Zurich Financial Services und Rentenanstalt/ Swiss Life an der Spitze kamen am Donnerstag praktisch alle europäischen Versicherungsaktien an den Börsen unter Druck.

Reuters FRANKFURT. Die Versicherer sind von zwei Seiten in der Zange. Die schwachen Aktienbörsen lassen, so befürchten Anleger, die in Aktien angelegten Reserven der Gesellschaften dahin schmelzen. Und das in einer Situation, in der im Zusammenhang mit dem 11. September möglicherweise hohe Schadenforderungen auf die Unternehmen zukommen.

Die Aktien der Schweizer Rentenanstalt verloren bis Mittag 13 Prozent und Zurich gaben knapp zehn Prozent nach. Neben den branchentypischen Schwierigkeiten leiden die beiden Schweizer Gesellschaften auch noch unter den Nachwirkungen einer missglückten Expansionsstrategie. Auch andere Schweizer Versicherer verloren bis zu fünf Prozent. Deutlich weniger schlecht als der Markt entwickelten sich auch die Aktien der deutschen Allianz .

Die Zurich -Titel notierten nach Angaben von Händlern auf dem niedrigsten Stand seit 1994. Dass Zurich derart unter die Räder kamen hat laut Marktteilnehmern möglicherweise auch technische Gründe. Die Aktie sei möglicherweise im Zusammenhang mit einer grösseren Optionen-Serie unter Druck gekommen. Der DJ Stoxx-Insurance-Index, der seit April bereits ein Drittel verloren hat, sank bis Mittag um knapp 3,5 Prozent. Die Liste der Kursverlierer liess sich durch ganz Europa verfolgen. Axa gaben gut drei Prozent nach. Morgan Stanley stufte die Aktie zurück mit der Begründung, dass die durch die schwachen Aktien sinkenden Reserven das Wachstum der Gesellschaft beschränken dürften.

Auch die Rückversicherer kamen unter Druck. Merrill Lynch stufte die beiden Branchenführer Münchener Rück und Swiss Re zurück. Merrill erklärte, die Titel seien möglicherweise überbewertet und künftige schlechte Nachrichten seien nicht auszuschliessen.

Die europäischen Versicherer stehen stärker unter Druck als etwa ihre amerikanischen Konkurrenten. Die Gesellschaften in Europa legten in den vergangenen Jahren einen grösseren Teil ihrer Reserven in Aktien an als jene in den USA. Dort sind die gesetzlichen Auflagen strenger. Falls die Aktienmärkte sich noch weiter abschwächen, könnten Versicherer gezwungen sein, zum Zwecke der Eigenmittelerhöhung ihre Dividenden zu kürzen und am Markt neues Kapital zu suchen, hiess es weiter.

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