Zweistellige Wachstumsraten als Ziel
Adidas hofft auf Steilvorlage von Fußball-WM

Der weltweit zweitgrößte Sportartikel-Hersteller Adidas-Salomon erhofft sich von millionenschweren Investitionen in die Fußball-WM eine Steilvorlage für künftiges Wachstum.

Reuters FÜRTH. "Die Weltmeisterschaft wird uns helfen, in den nächsten Jahren weiterhin zweistellige Wachstumsraten zu schreiben", sagte Vorstandschef Herbert Hainer am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Fürth. Die WM-Investitionen von 40 Millionen Euro seien notwendig, um die Marke Adidas auf Wachstumsmärkten wie Asien bekannter zu machen.

Adidas sponsort die WM in Südkorea und Japan, die in drei Wochen angepfiffen wird. Zehn Mannschaften spielen in den dreistreifigen Turnschuhen, darunter Weltmeister Frankreich und die DFB-Auswahl von Rudi Völler. Bis 2006 wolle Adidas die WM-Kosten über den Verkauf von Fanartikeln hereinholen, ergänzte Marketingvorstand Erich Stamminger. Die Aktie legte bis zum Nachmittag um gut drei Prozent zu.

Adidas erwartet Wachstumsschub im zweiten Halbjahr

Hainer bekräftigte, Adidas erwarte nach einem Gewinnrückgang im ersten Quartal 2002 deutliche Zuwächse in der zweiten Jahreshälfte. Der Gewinn werde wie geplant um fünf bis zehn Prozent und der Umsatz um fünf Prozent wachsen. Der Jahresüberschuss war in den ersten drei Monaten bei steigenden Umsätzen auf 43 (Vorjahr: 46) Millionen Euro zurückgegangen, was Adidas auf die Investitionen in diesem Jahr von rund 100 Millionen Euro zurückführte. Neben den Kosten für die WM fließen 60 Millionen Euro in einen eigenen Vertrieb in Italien und einen Ausbau des Einzelhandelsnetzes.

Adidas sieht auf dem schwierigen US-Markt die langerwartete Trendwende erreicht. 2002 werde der Umsatz auf dem größten Sportartikelmarkt der Welt um mehr als zehn Prozent steigen, versprach Hainer den Aktionären, die sich weitgehend zufrieden mit der Geschäftsentwicklung zeigten. Mittelfristig solle der Marktanteil in den USA auf 20 von derzeit knapp 12 Prozent steigen und der Abstand zum Branchenprimus Nike kürzer werden.



Vorwürfe über miese Arbeitsbedingungen

Adidas räumte Mängel bei Arbeitsbedingungen in Partner-Fabriken in der Dritten Welt ein und kündigte Aufklärung an. "Wir sind uns bewusst, dass die Arbeitsbedingungen in den Betrieben nicht immer den von uns geforderten Standards entsprechen", sagte Rechts- und Sozialvorstand Manfred Ihle. Adidas gehe aber allen Vorwürfen über schlechte Arbeitsbedingungen in Zulieferbetrieben nach. So habe das Unternehmen 2001 32 Verträge mit Partnern gekündigt, die gegen den Verhaltenskodex verstoßen hätten. Experten kontrollierten die Partner-Betriebe.

Die Hauptversammlung lehnte einen Antrag des Dachverbands der kritischen Aktionäre ab, Vorstand und Aufsichtsrat wegen angeblich unwürdiger Arbeitsbedingungen in Partnerfabriken nicht zu entlasten. Verbandsvertreter Henry Matthews hatte Adidas vorgeworfen, in Fabriken in China, Indonesien und El Salvador Sportschuhe, Fußbälle und Textilien unter miesen Bedingungen produzieren zu lassen. So müssten Beschäftigte zweier Fabriken in China bis zu 15 Stunden am Tag arbeiten. Ihle sagte, Adidas habe sich von einer der beiden Fabriken in China getrennt, die zweite werde überprüft. Die Sportartikelbranche bemüht sich seit längerem darum, Missstände in Partnerbetrieben aufzuklären.

Die Aktionäre billigten den Antrag des Vorstands, bis zu zehn Prozent seiner Aktien zurückkaufen zu können. Finanzvorstand Robin Stalker sagte, es gebe aber keine konkreten Pläne zum Rückkauf. Adidas sehe auch keine rechtliche Probleme wegen des neuen Übernahmegesetzes. Der Elektronikkonzern Siemens hatte am Freitag angekündigt, vorerst keine Aktien zurückzukaufen, weil dies unter das neue Übernahmegesetz fallen und damit eine Rechtsunsicherheit bedeuten könnte.

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