Zweistellige Zuwächse seit Jahresbeginn
Deutsche Modeaktien stehlen dem Dax die Schau

Es war schon immer so: In Krisenzeiten wächst die Lust auf Luxus. Ist es der Glamour einer Oscarnacht, die längst zum Schaulaufen der großen Modemarken geworden ist, oder war es doch eher die angekündigte Konzentration aufs Kerngeschäft - eben den Luxus - bei Escada?

DÜSSELDORF. Jedenfalls hat die Nobel-Marke, in der die Analysten noch zu Jahresbeginn ein hohes Risikopotential sahen und deshalb zur Reduzierung rieten, ihren Wert im März um gut ein Drittel (+33,7 %) steigern können.

Doch wirklich berechenbar war und ist Mode nie. Während der Handel weiter über Kaufzurückhaltung klagt, hält sich der von der Fachzeitschrift Textilwirtschaft monatlich erhobene Mode-Aktien-Index (MAI) weder an Branchengejammer noch Modediktate und hat zum Frühlingsbeginn wieder mal den Dax überflügelt. Während der Dax im März lediglich um 7,1 % auf 5.397 Punkte stieg, kletterte der MAI munter zweistellig um 10,9 % auf 6.748 Punkte und baute damit seinen Vorsprung über mehr als 1.300 Punkte aus. Und das, obwohl im MAI auch die Wünsche-Aktie berücksichtigt ist, die im Zuge des laufenden Insolvenzverfahrens 71,4 % verlor und im März gerade mal noch 4 Cent wert war.

Boss hatte auf seiner Jahrespressekonferenz kein Hehl aus seinen Problemen mit der Damenkollektion gemacht. Doch die führende deutsche Marke genießt unter den Börsianern, unter denen sie ja viele wahre Werbeträger hat, auch ein großes Vertrauenspotenzial. Jedenfalls legte das Papier des Börsenlieblings März um 9,4 % zu. Auch die Notierung der als solide eingestufte Gerry-Weber-Aktie stieg im März nochmals an: um 5,4 %.

Zu den Gewinnern im ansonsten recht modemüden Markt gehört in diesem Jahr offensichtlich auch die Sportmode. Vielleicht gibt da ja die bevorstehende Fußballweltmeisterschaft den Kick. Einen Riesensprung um 24,4 % machte im März das Puma-Papier. Auch die Aktie mit den drei Streifen kletterte beinahe zweistellig: Adidas, einziger Dax-Wert der Branche, legte um 9,8 % zu.

Sogar kleinere Werte wie Hirsch (+ 22,5 %) und Ahlers (+ 6,5) verhalfen dem MAI im März zur Blüte. Lediglich Jil Sander scheint noch im Winterschlaf zu verharren, das Papier notierte ein Pari. Vier von den 13 im MAI vertretenen Firmen mussten im vorigen Monat rückläufige Kurse notieren: Außer Wünsche waren es Kunert (- 3,7 %), Hucke (-2,8 %) und die Köhler & Krenzer AG (-22,6 %).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%