Zweitägige Verzögerung
US-Marssonde gestartet

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat am Dienstag mit zweitägiger Verspätung die erste von zwei neuen Sonde gestartet, die nach Spuren von Leben auf dem Mars suchen soll. Eine zweite Sonde soll am 25. Juni folgen.

Reuters CAPE CANAVERAL. "Das wird die erste große Entdeckungsreise der Menschheit in diesem Jahrhundert", sagte der Leiter der Mars-Forschung beider Nasa, Jim Garvin. Der ursprünglich für Sonntag geplante Start des ersten "Mars Expedition Rover" war wegen Gewittern über dem Kennedy-Raumfahrtzentrum im Bundesstaat Florida verschoben worden.

Eine zweite Sonde soll am 25. Juni folgen. Beide transportieren je ein Roboter-Fahrzeug, die im Januar 2004 an entgegengesetzten Seiten des Nachbarplaneten landen sollen. Die beiden solargetriebenen Marsfahrzeuge in der Größe von Rasentraktoren sind so konstruiert, dass sie von Wissenschaftlern auf der Erde ferngelenkt werden können. Sie können etwa 100 Meter in der Stunde zurücklegen. Wissenschaftler vermuten, dass Staub auf ihren Solarzellen nach drei Monaten die Energiezufuhr unterbrechen wird. Die Namen der beiden Marsfahrzeuge, "Spirit" (Geist) und "Opportunity" (Gelegenheit), hatte die neunjährige Sofi Collis aus Scarsdale im US-Bundesstaat Arizona vorgeschlagen. Sie wurden aus 10.000 Vorschlägen von Schulkindern ausgewählt.

Wichtigstes Ziel der zusammen 800 Millionen Dollar (etwa 685 Millionen Euro) teueren Einsätze ist Untersuchung von Gesteinsformationen nach Spuren von Wasser. Auf der Erde ist das Vorhandensein von Wasser fast immer mit Leben verbunden. Als gesichert gilt auch, dass es auf dem Mars früher große Wassermengen gegeben hat. Wissenschaftler wissen jedoch bislang nicht, ob das Wasser dort lange genug vorhanden war, um Leben entstehen zu lassen.

Das gleiche Ziel verfolgen eine am 2. Juni vom russischen Raumfahrtzentrum im kasachischen Baikonur gestartete europäische Marssonde und eine japanische Sonde, die ebenfalls auf dem Weg zum Mars ist. Der europäische und der US-Einsatz nutzen die seltene Gelegenheit, dass sich die Flugzeit von der Erde zum Mars wegen der Stellung der beiden Planeten von neun bis zehn Monaten auf sechs bis sieben Monate verkürzt hat. Die europäische Sonde soll im Dezember den Mars erreichen.

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