Zweite Bundeswehrgruppe Richtung Afghanistan gestartet: USA suchen neue Ziele in Afghanistan

Zweite Bundeswehrgruppe Richtung Afghanistan gestartet
USA suchen neue Ziele in Afghanistan

Nach der Zerstörung vermuteter Taliban- und El-Kaida-Verstecke im Osten Afghanistans wollen die USA mit weiteren Angriffen verhindern, dass sich die Kämpfer neu gruppieren. US-Kampfflugzeuge hätten am Mittwoch nach weiteren Zielen gesucht, verlautet aus US-Regierungskreisen.

Reuters KABUL/WASHINGTON. US-Geheimdienstler befragten nach Angaben aus Regierungskreisen einen angeblichen Taliban-Finanzier, der Informationen über die Taliban und die El-Kaida-Organisation des Moslemextremisten Osama bin Laden angeboten hat. Die zweite Gruppe des Bundeswehr-Vorauskommandos für die Afghanistan-Schutztruppe ISAF startete von Köln aus in die Krisenregion.

Die USA haben in den vergangenen Tagen in dem Gebiet Shauar Kili in Ostafghanistan fast 60 Gebäude zerstört und Eingänge zu Höhlen verschlossen, die von Taliban- und El-Kaida-Kämpfern als Zwischenstation auf ihrer Flucht nach Pakistan genutzt worden sein sollen. Nun suchten die Flugzeuge neue Ziele, hieß es. Die USA führen seit dem 7. Oktober Krieg gegen Kämpfer der früheren radikal-islamischen Taliban-Regierung und der El Kaida Bin Ladens, den sie hinter den Anschlägen am 11. September vermuten.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, das Militär habe die Durchsuchung von El-Kaida-Lagern, in denen möglicherweise Massenvernichtungswaffen hergestellt worden seien, fast abgeschlossen. Rund 50 El-Kaida-Lager seien nach Beweismaterial über die Herstellung chemischer, biologischer oder radioaktiver Waffen durchsucht worden.

Auf einer Militärbasis in Kandahar befragten US-Geheimdienstler nach Angaben aus Regierungskreisen einen angeblichen früheren Finanzier der Taliban-Führung. Der Mann sei vorerst kein Gefangener, hieß es. Aus Militärkreisen war verlautet, der Mann sei am Dienstag am Tor des Flughafens Kandahar aufgetaucht und habe angeboten auszusagen.

Die zweite Gruppe des deutschen Vorauskommandos für die Afghanistan-Schutztruppe ISAF startete am Mittwochnachmittag vom Flughafen Köln/Wahn. Der Start war wegen Eisregens um einen Tag verschoben worden. Die 92 Bundeswehr-Soldaten werden nach einem Zwischenstopp in der Türkei am frühen Donnerstagmorgen in Kabul erwartet. Das Vorauskommando soll dort Sicherheitsaufgaben übernehmen und die Ankunft des deutschen Hauptkontingents von 800 bis 1000 Soldaten vorbereiten.

In Kabul wurde Afghanistans einziger internationaler Flughafen wiedereröffnet, der durch die US-Luftangriffe zerstört worden war. Eine Boeing 727, die einzige einsatzbereite Maschine der afghanischen Fluggesellschaft Ariana, hob zu einem symbolischen Start ab, um kurz darauf wieder zu landen. Sechs Ariana-Maschinen waren bei US-Luftangriffen zerstört worden.

Der Geschäftsträger der afghanischen Botschaft in den USA, Haron Amin, bezifferte den Bedarf an ausländischer Wiederaufbauhilfe für die kommenden zehn Jahre auf 22 Mrd. Dollar (25 Mrd. ?). Amin sagte Reuters, für die darauf folgenden zehn Jahre würden weitere 23 Mrd. Dollar (26 Mrd. ?) benötigt. In der kommenden Woche tagt in Tokio eine Afghanistan-Geberkonferenz.

Nach Einschätzung der UNO-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson sind die im Lager Guantanamo Bay auf Kuba von den USA festgehaltenen 50 Taliban- und El-Kaida-Kämpfer Kriegsgefangene. Damit unterlägen sie auch dem Schutz der Genfer Konvention, sagte Robinson. Die US-Regierung ist dagegen der Auffassung, die Häftlinge seien "illegale Kombattanten", weshalb auf sie nicht die Bestimmungen der Genfer Konvention von 1949 zuträfen. Gleichwohl würden sie "human behandelt", erklärten die USA dazu.

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