Zweite deutsche WM-Niederlage
Tschechen für DEB-Team zu clever

Das Traumziel hat er erreicht, aber für ein deutsches Eishockey-Wunder bei der Weltmeisterschaft in Finnland fühlt sich Hans Zach nicht mehr zuständig. "Das Viertelfinale ist das Höchste der Gefühle", betonte der Bundestrainer nach dem 5:1 gegen den Erzrivalen aus Österreich und erklärte die Siegesserie für vorerst beendet. "Da müssten schon Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen, um die Top-Nationen zu schlagen", sagte Zach und wurde 27 Stunden später mit der 0:4 (0:1, 0:1, 0:2)-Niederlage am Sonntagabend gegen den zehnfachen Weltmeister Tschechien bestätigt.

HB/dpa HELSINKI. Vor der zweiten Niederlage des Turniers hatte das Zach-Team mit dem Prestigeerfolg gegen Österreich vorzeitig die Fahrkarte ins Viertelfinale gelöst, in dem es am Mittwoch gegen Olympiasieger Kanada oder Schweden geht. Zum Abschluss der zweiten Runde trifft die DEB-Auswahl am Dienstag (19.00 Uhr) auf Gastgeber Finnland.

Die personell geschwächte Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) hielt gegen die mit zwölf NHL-Profis gespickte Mannschaft aus Tschechien gut mit, doch Kraft und der letzte Biss fehlten, um einen ähnlichen Erfolg wie beim 2:2 vor zwei Jahren in Köln zu landen. Jan Hlavac (4./43. Minute), Robert Reichel (30.) und David Vybrony (50.) erzielten die Tore für die Tschechen, die in der Gruppe E Zweiter hinter der Slowakei sind. Mit dem 7:1 gegen Österreich und dem elften WM-Sieg hintereinander setzte der Titelverteidiger die Jagd auf den Rekord von Russland (17 Siege) fort.

Die DEB-Auswahl zementierte mit dem dritten Viertelfinaleinzug nach 2001 und 2002 ihr Abonnement in der Beletage des Eishockeys. Zach freute sich über den schon sicheren achten Platz, der vom Weltverband mit einer Prämie von 350 000 ? honoriert wird: "Dieser Erfolg ist aller Ehren wert."

Neben Jochen Molling (Innenbandriss) und Boris Blank (Schultereckgelenkprellung), für die die WM vorzeitig beendet ist, fehlten gegen die Tschechen auch Jan Benda und Len Soccio (Leistenbeschwerden). Kapitän Benda zog sich am Samstag bei einem Aufprall auf die Bande einen Innenbandriss im linken Knie zu und kehrt frühestens im Viertelfinale ins Team zurück.

"Der gute Geist, der uns seit vier Jahren beseelt, ist das Positive", hob Zach in seiner Zwischenbilanz hervor, "wir haben die Erwartungen übertroffen." Das Erfolgsgeheimnis seien "Ordnung und klare Vorgaben" im sportlichen Bereich, so Zach: "Ich maßregele die Spieler nicht, kann in Ruhe arbeiten und meinen Stil durchziehen. Die guten Ergebnisse gegen die Großen haben uns Selbstvertrauen gegeben und dafür gesorgt, dass uns die Top-Mannschaften ernst nehmen."

Die Österreicher fanden kaum Worte, als der Traum von einem Eishockey-Cordoba 25 Jahren nach dem Fußball-WM-Triumph in Argentinien geplatzt war. "Die Deutschen waren physisch und mental stärker", stellte Trainer Herbert Pöck kleinlaut fest. "Wir sind nicht gut genug, um sie zu schlagen", gestand Christoph Brandner. Als der DEL-Legionär aus Krefeld traf, hatten Soccio, Tomas Martinec, Daniel Kunce und Tobias Abstreiter die Partie bereits entschieden. Andreas Morczinietz besiegelte mit seinem dritten Turniertor das Schicksal der Österreicher.

Nach Kanada, Schweden und der Schweiz erreichte auch Russland in der Gruppe F in Turku das Viertelfinale. Der 22fache Champion verlor gegen Lettland überraschend mit 1:2, kam aber trotzdem weiter. In der Abstiegsrunde sind die Entscheidungen gefallen. Der zweifache Olympiasieger USA sicherte sich mit dem 4:2 gegen Weißrussland den Klassenverbleib. Die Weißrussen und Slowenien steigen ab. Japan ist dank einer Sonderregelung bei der kommenden WM in Tschechien dabei.

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