Zweite Fabrik bereits im Bau
Honda will Produktion in Großbritannien verdoppeln

Reuters LONDON. Der japanische Autohersteller Honda will die Zahl seiner in Großbritannien gefertigten Autos innerhalb der kommenden Jahre verdoppeln. Durch die im Bau befindliche zweite Fabrik werde sich die Kapazität im Werk Swindon bis 2003 von derzeit 100 000 auf dann 250 000 Fahrzeuge erhöhen, sagte ein Sprecher von Honda in Großbritannien am Montag. Ein Sprecher des britischen Premierministers Tony Blair führte die Entscheidung auf die starke Konjunktur in Großbritannien zurück. "Großbritannien ist ein hervorragender Platz, um Geschäfte zu machen. Honda ist hier, da wir die geringste Inflation in Europa und nachhaltiges Wachstum haben", sagte er.

Viele Unternehmen hatten zuletzt den gestiegenen Kurs des britischen Pfund im Vergleich zum Euro als Hindernis für das eigene Geschäft und für weitere Investitionen bezeichnet. Da Unternehmen mit Fertigungen in Großbritannien viele Zulieferungen von britischen Anbietern in Pfund abgerechnet erhalten, haben sie einen Nachteil im Vergleich zu Konkurrenten in der Euro-Zone, deren Zulieferer in Euro abrechnen. Mehrere Autohersteller drängen daher ihre Zulieferer für ihre britischen Werke, ebenfalls in Euro abzurechnen. Das starke Pfund war auch ein Grund für den Rückzug des Münchener Autokonzerns BMW bei seiner britischen Tochter Rover im Frühjahr, da der starke Pfund-Kurs Erfolge der Einsparungsprogramme bei Rover zunichte machte.

Der Honda-Sprecher sagte weiter, die Fertigung in dem Werk Swindon sei für die Märkte in Europa, Osteuropa, dem Mittleren Osten und einigen afrikanischen Ländern bestimmt. Die Entscheidung von Honda heizte auch die Diskussion darüber an, ob Großbritannien der Europäischen Währungsunion beitreten soll oder ob auch eine gute wirtschaftliche Entwicklung außerhalb der Euro-Zone möglich ist. Die als Euro-skeptisch geltende Tageszeitung "Daily Telegraph" kommentierte die Entscheidung mit den Worten, der Schritt von Honda erfreue diejenigen, die gegen einen Euro-Beitritt kämpften. Zudem sei dadurch das Argument widerlegt worden, dass Großbritannien finanziell verlieren werde, wenn das Land nicht dem Euro beitrete. Blairs Sprecher sagte, die Entscheidung von Honda habe nichts mit dem Euro zu tun.

Vertreter von Honda hatten gesagt, zwar sei die Pfund-Stärke im Vergleich zum Euro eine große Schwierigkeit. Jedoch bringe die Schwäche des Euro viel größere Belastungen. Ein starker Kurs des Yen verringert den Yen-basierten Wert der Erträge, die japanische Unternehmen im Ausland erwirtschaften.

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