Zweite Karriere für Bierhoff?
Bierhoff als Manager beim HSV im Gespräch

Der Ex-Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und diplomierte Betriebswirt Oliver Bierhoff wird als neuer Manager des Bundesligisten HSV gehandelt - zur Überraschung von Trainer Jara und Manager Hieronymus.

dpa HAMBURG. Oliver Bierhoff wird beim Hamburger SV überraschend als Nachfolger von Holger Hieronymus auf dem Managersessel gehandelt. Der 34-jährige Fußball-Nationalspieler, der an der Fern-Universität in Hagen das Studium der Betriebswirtschaft abgeschlossen hat und seine Karriere nach der Weltmeisterschaft in Japan möglicherweise beendet, hat nach dpa-Informationen mit den Hamburgern ein Sondierungsgespräch geführt.

"Ich habe dazu nichts zu sagen", wollte Hieronymus übereinstimmende Berichte in den Hamburger Zeitungen am Dienstag nicht kommentieren. Kein Wunder, denn der Ex-Nationalspieler steht noch bis zum Januar 2003 beim dem Traditionsclub unter Vertrag. Der 43-Jährige, der beim HSV seit dem 1. August 1997 zunächst als Marketingchef, dann als Manager und nun als Sportchef arbeitet, hatte dem Aufsichtsrat vor einiger Zeit sein Konzept für die Zukunft vorgelegt. In den nächsten Wochen soll über eine Vertragsverlängerung entschieden werden.

Die Mehrzahl der Kontrolleure scheint auch gewillt, mit Hieronymus weiterzumachen. Eine Minderheit lastet ihm aber die sportliche Talfahrt der letzten beiden Jahre an. Deshalb war im September bereits Trainer Frank Pagelsdorf entlassen worden. Dessen Nachfolger Kurt Jara war über die überraschend in Hamburg losgetretene Personaldiskussion auch erstaunt. "Ich habe davon gehört, kann dazu aber nichts sagen. Ich arbeite jetzt seit acht Monaten gut mit Hieronymus zusammen. Es würde mich treffen, wenn er nicht mehr Sportchef wäre", sagte der Österreicher.

Die Manager- Diskussion trifft den HSV so oder so zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. "Wir brauchen Ruhe und Kontinuität. Wer will diesem Verein immer wieder schaden?", schimpfte HSV-Sprecher Gerd Krall.

In Hamburg hat Bierhoff, der sehr gute Kontakte zum Aufsichtsratsvorsitzenden Udo Bandow besitzt, fußballerisch schon Spuren hinterlassen. Der Stürmer spielte zwischen 1988 und 1990 für den HSV, erzielte in 34 Spielen jedoch nur sechs Tore. Sein Vertrag beim AS Monaco ist ausgelaufen. Einen neuen Verein hat der "Manager- Lehrling" noch nicht. Die Offerte vom HSV könnte für Bierhoff also nicht ungelegen kommen.

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