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Zweite Liga erhöht Etats - Köln als Krösus

München (dpa) - Prominente Clubs, attraktive Derbys und ein guter Kartenvorverkauf lassen die 2. Bundesliga wieder von fetten Jahren träumen. In der Hoffnung auf einen Konjunkturaufschwung hat das Unterhaus den Sparkurs der vergangenen Jahre verlassen und kalkuliert großzügig.

München (dpa) - Prominente Clubs, attraktive Derbys und ein guter Kartenvorverkauf lassen die 2. Bundesliga wieder von fetten Jahren träumen. In der Hoffnung auf einen Konjunkturaufschwung hat das Unterhaus den Sparkurs der vergangenen Jahre verlassen und kalkuliert großzügig.

Für die Saison planen die 18 Clubs mit einem Gesamt-Etat von 149,27 Millionen Euro - 28,27 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Gleich elf Vereine haben ihr Budget gegenüber der vorigen Spielzeit laut dpa-Erhebung aufgestockt, wobei der 1. FC Saarbrücken ganz mutig rechnete: Der Aufsteiger verdoppelte seinen bisherigen Regionalliga-Etat und nimmt mit 8,5 Millionen Euro den sechsten Platz in der Etat-Rangliste ein.

Von den fünf Clubs, die ihren Etat gegenüber dem Vorjahr reduzierten, machten die drei Erstliga-Absteiger die größten Abstriche. Der 1. FC Köln strich seinen Etat um zehn Millionen Euro, ist aber mit 24 Millionen Euro immer noch der Krösus der zweiten Liga vor Eintracht Frankfurt (12,5 Mio) und dem TSV 1860 München (12). Als erster deutscher Club finanzieren die Kölner ihren Profikader mit so genannten Genussscheinen und erschließen sich mit variabel verzinsten Wertpapieren neue Einnahmequellen. Zehn Millionen Euro sollen mit diesen Maßnahmen zusätzlich eingenommen werden.

Die Münchner «Löwen» schufen erst durch den Verkauf ihrer Stars wie Benjamin Lauth (Hamburger SV) und Andreas Görlitz (Bayern München) und Einnahmen von insgesamt 7,7 Millionen Euro die Voraussetzung für die Lizenzerteilung. Angesichts geringer Zuschauereinnahmen kalkulieren die Sechziger, die zwölf der 17 Heimspiele im Grünwalder Stadion austragen, mit elf Millionen Euro weniger als zuletzt in der ersten Liga.

Ähnlich wie bei der Personalpolitik machte der Karlsruher SC, der bei 13 Neuzugängen 17 Abgänge verzeichnete, auch im Haushalt einen radikalen Schnitt und senkte den Etat um 4,9 Millionen von neun auf 4,1 Millionen Euro. Auf dem Transfermarkt waren auch die restlichen Clubs sehr aktiv, was auf die wirtschaftliche Saisonplanung aber kaum Einfluss hatte. Lediglich 1,62 Millionen Euro wurden in 156 neue Spieler investiert. Mit 300 000 Euro ist Youssef Mokhtari, der von Burghausen nach Cottbus wechselt, der teuerste Spieler.

Neben Saarbrücken passten auch die Mitaufsteiger ihre Etats den neuen Verhältnissen an. Rot-Weiß Essen erhöhte von 3,3 auf 6,5 Millionen Euro, auch Dynamo Dresden (von 2,8 auf 6,27) und Rot-Weiß Erfurt (von 1,6 auf 5,3) operieren vor allem angesichts steigender Zuschauerzahlen mit völlig anderen Summen als eine Klasse tiefer. Fast unverändert blieben die Etats nur bei Energie Cottbus (10,3) und der Spvgg Greuther Fürth (5,5).

Die Etats der Zweitliga-Clubs (in Klammern Vorjahreszahl):

1. FC Köln 24 Millionen Euro (34/1. Liga), Eintracht Frankfurt 12,5 (24/1. Liga), TSV 1860 München 12 (23/1. Liga), MSV Duisburg 12 (9), Energie Cottbus 10,3 (10), 1. FC Saarbrücken 8,5 (4,25/Regionalliga), Alemannia Aachen 7,6 (6,8), Rot-Weiß Essen 6,5 (3,3/Regionalliga), LR Ahlen 6,5 (7), Wacker Burghausen 6,5 (6), Dynamo Dresden 6,27 (2,8 Regionalliga), Rot-Weiß Oberhausen 5,9 (4,3), FC Erzgebirge Aue 5,8 (5,3), Spvgg Greuther Fürth 5,5 (5,5), Rot-Weiß Erfurt 5,3 (1,6/Regionalliga), Spvgg Unterhaching 5 (4,5), Eintracht Trier 5 (4,5), Karlsruher SC 4,1 (9)

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