Zweite Silbermedaille für deutsches Team
Schultz: "Es ist unbeschreiblich"

"Es ist unbeschreiblich", begann Ingo Schultz jedes Interview nach dem Gewinn der Silbermedaille über 400 m bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Edmonton. Dieser Erfolg ist wirklich unbeschreiblich, denn damit reiht sich der Hamburger in die Reihe der neuen Asse über die Stadionrunde ein, die im Zeitalter nach dem amerikanischen Superstar Michael Johnson um Titel und Ehre kämpfen.

EDMONTON. Der 26-Jährige erreichte nach 14 Jahren als erster Deutscher nach dem Weltmeister von 1987, Thomas Schönlebe, ein Finale über die Stadionrunde bei einer Leichtathletik-WM. Schultz wurde zur allgemeinen Überraschung mit 44,87 Sekunden Zweiter hinter Avard Moncur von den Bahamas, der 44,64 Sekunden benötigte.

"Ich hatte nichts zu verlieren und konnte einfach reingehen, aber auf Bahn vier und fünf haben sie Feuer gemacht. Aber mir war klar, die sterben hinten auch", beschreibt Schultz die Gedanken während des Rennens. Er selbst blieb seiner Linie treu, von Beginn an volles Tempo zu laufen.

"Den Namen Schultz habe ich gestern zum ersten Mal gehört" räumte Moncur nach dem Rennen ein. Kein Wunder, denn der Hanseat gehört noch nicht lange zur Szene und ist ein Schnellentwickler. 1997 beendete er nach 3:37 Stunden den Hamburg-Marathon, dann probierte Schultz in der Arbeitsgemeinschaft der Bundeswehr-Hochschule das Kugelstoßen aus, bevor zu guter Letzt bei einem Schnuppertraining der TSG Bergedorf sein Talent als Viertelmeiler entdeckt wurde.

"Meine Stärke ist halt, immer locker zu bleiben", gab er sich selbstbewusst. In den vergangenen Monaten stellte der Oberleutnant der Bundeswehr eine persönliche Bestleistung nach der anderen auf. Mit 45,27 Sekunden reiste er nach Edmonton an, im ersten Lauf der WM steigerte sich der 26-Jährige auf 45,11 und lief im Halbfinale schließlich 44,66. Damit ist er der drittbeste deutsche Läufer aller Zeiten über diese Strecke, nur Thomas Schönlebe (44,33) und Erwin Skamrahl (44,50) waren schneller. Bei seinem ersten Rennen im Mai 1998 brauchte er noch 52,45 Sekunden für die 400 m.

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