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Zweite US-Geisel im Irak enthauptet

Die Terrorgruppe El Tawhid wa El Dschihad hat am Dienstag nach eigenen Angaben im Irak eine zweite US- Geisel enthauptet. In einem Bekennerschreiben, das auf einer Islamisten-Internetseite veröffentlicht wurde, hieß es, die Geisel sei nach Ablauf eines Ultimatums getötet worden.

dpa BAGDAD. Die Terrorgruppe El Tawhid wa El Dschihad hat am Dienstag nach eigenen Angaben im Irak eine zweite US- Geisel enthauptet. In einem Bekennerschreiben, das auf einer Islamisten-Internetseite veröffentlicht wurde, hieß es, die Geisel sei nach Ablauf eines Ultimatums getötet worden.

Die Gruppe des Top- Terroristen Abu Mussab el Sarkawi hatte am Montag ein Video mit der Enthauptung des US-Bürgers Eugene Armstrong im Internet verbreitet. Die Entführer hatten gedroht, eine weitere Geisel zu töten, sollten nicht binnen 24 Stunden alle weiblichen irakischen Gefangenen in den Gefängnissen Abu Ghoreib und Umm Kasr freigelassen werden. Eine unabhängige Bestätigung der Internet-Angaben gab es zunächst nicht.

Die Terrorgruppe hatte in der vergangenen Woche gemeinsam mit Armstrong den US-Bürger Jack Hensley und den Briten Kenneth Bigley aus einer Villa in Bagdad entführt. Die Gruppe droht, auch noch den Briten zu töten. Dessen Angehörige wandten sich in einem persönlichen Hilfsappell an den britischen Premierminister Tony Blair. Im britischen Fernsehen forderte Bigleys Sohn Craig (33) am Dienstag: "Bitte erfüllen Sie die Forderungen, so dass mein Vater freikommt."

Nach Medienberichten hatte El Sarkawi den Kopf Armstrongs eigenhändig mit einem Messer vor laufender Kamera abgetrennt. Der US- Geheimdienst CIA teilte in Washington nach einer technischen Analyse des Videos mit, er halte die Stimme El Sarkawis auf dem Video für authentisch. Die USA haben auf die Ergreifung des jordanischen Top- Terroristen ein Kopfgeld von 25 Mill. $ (16,7 Mill. ?) ausgesetzt. Er gilt als Drahtzieher vieler Terroranschläge mit Dutzenden von Toten.

El Sarkawi machte die US-Regierung für die Tötung Armstrongs verantwortlich, weil sie die Forderung nach der Freilassung aller inhaftierten Frauen im Irak nicht erfüllt habe. Das US-Militär hält im Irak zwei Wissenschaftlerinnen fest, die unter dem Regime von Saddam Hussein an Waffenprogrammen beteiligt gewesen sein sollen. Huda Ammasch war früher in der Biowaffen-Forschung tätig. Rihad Taha war Leiterin des Programms zur Entwicklung von waffenfähigen Anthrax- Erregern. Nach US-Angaben sind die Frauen aus Sicherheitsgründen in Haft, allerdings in keinem der von Sarkawi genannten Gefängnisse.

Irakische Polizisten fanden in der Nacht zum Dienstag bei Bedschi, 200 Kilometer nördlich von Bagdad, die Leiche eines von Unbekannten ermordeten türkischen Lastwagenfahrers. Geiselnehmer hatten in den vergangenen Monaten mehrere arabische und türkische Fahrer entführt und ermordet, denen sie vorwarfen, Waren für die US-Armee zu transportieren.

Der radikale Schiiten-Prediger Muktada el Sadr hat indes die Entführungen von Ausländern im Irak scharf verurteilt. "Besonders schlimm ist die Entführung und Ermordung von Zivilisten, die im humanitären Bereich oder für die Medien arbeiten", sagte El Sadr am Dienstag in einem Interview der dpa in der Pilgerstadt Nadschaf. "Diese Methoden beschädigen das Image des Islam", fügte er hinzu. Der radikale Schiitenführer kritisierte zugleich die Festnahme einiger seiner engsten Vertrauten in Nadschaf und Bagdad.

Aufständische griffen am Dienstag in Latifija, 40 Kilometer südlich von Bagdad, eine Patrouille der Nationalgarde an. Dabei seien drei Soldaten getötet und zwei verletzt worden, berichtete die Polizei. Eine weitere Autobombe detonierte am Vormittag im Westen von Bagdad, ohne dass Personen zu Schaden gekommen wären.

Das US-Militär beschuldigte am Dienstag zwei US-Soldaten mit Dienstort Bagdad, drei Iraker ungerechtfertigterweise getötet zu haben. Die US-Militärstaatsanwaltschaft prüfe die Anschuldigungen, teilte das US-Militärkommando in Bagdad mit.

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