Zweite Warnung vor schwachen Unternehmensergebnissen in der Firmengeschichte
Microsoft-Aktien nach Gewinnwarnung unter Druck

Analysten beschwichtigen mit der zurzeit ausgeprägten Nachfrageschwäche der Computerbranche. Außerdem wird eine weniger strenge Haltung der Bush-Regierung zum Kartellprozess erwartet. Börsenwert der Microsoft-Aktie Analystenstimmen zu Microsoft

dpa-afx FRANKFURT. Die Aktien der Microsoft Corp sind nach einer Gewinnwarnung am Donnerstag nach Börsenschluss im außerbörslichen Handel unter Druck geraten. Das größte Softwareunternehmen der Welt hatte erst das zweite Mal in seiner Unternehmensgeschichte vor einer unerwartet schwachen Ergebnisentwicklung warnen müssen. Im Frankfurter Handel lagen die Aktien von Microsoft zuletzt mit minus 11,19 % bei 57,10 Euro.

"Es gibt kein Grund zur Panik", sagte Analyst Karl Strohmaier von der Landesbank Baden-Württemberg trotz der Gewinnwarnung. Man müsse berücksichtigen, dass alle großen PC-Hersteller Kunden von Microsoft sind. Diese hätten auch niedrigere Zahlen vorgelegt, so dass die Warnung von Microsoft nicht ganz überraschend gekommen sei. Derzeit sei in diesem Sektor eine ausgeprägte Nachfrageschwäche zu beobachten, die zwangsläufig auf Microsoft zurückfalle.

Möglicherweise gibt es einen Richtungswechsel im Kartellprozess

Es sei auch abzuwarten, wie sich der Gerichtsprozess gegen Microsoft entwickele. Am Markt werde mit einer weniger restriktiven Haltung der Bush-Regierung im Kartellverfahren gegen den Software-Giganten gerechnet. Unabhängig vom Rechtsstreit geht Strohmaier allerdings davon aus, dass sich die Aktie unterdurchschnittlich entwickeln wird. Seine Einstufung: "Neutral"

Microsoft zufolge werden die Gewinne im zweiten Quartal bei nur 46 bis 47 Cent liegen und damit geringer ausfallen als von Analysten mit 49 Cent erwartet. Der Umsatz werde bei 6,4 bis 6,5 Mrd.. USD erwartet. Die neuen Schätzungen für Umsatz und Gewinn lägen um fünf bis sechs Prozent unter den ursprünglichen Prognosen von Microsoft. Im Gesamtjahr werde nunmehr ein Gewinn je Aktie von 1,80 und 1,82 USD erwartet - Analysten waren von 1,91 USD ausgegangen.

John Connors, Finanzvorstand von Microsoft, begründete die enttäuschende Ergebnisentwicklung mit der gegenwärtigen Wirtschaftsschwäche. Diese habe zu einer Verlangsamung der PC-Verkäufe und der IT-Ausgaben geführt. Deshalb habe Microsoft seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Quartal und den Rest des Geschäftsjahres angepasst.

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