Zweiter Belgier im Amt
Der neue Präsident des IOC heißt Jacques Rogge

Der Belgier Jacques Rogge ist zum neuen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gewählt worden.

dpa MOSKAU/BRÜSSEL. Die 112. IOC-Vollversammlung wählte den 59 Jahre alten Mediziner am Montag in Moskau bereits im zweiten Wahlgang zum Nachfolger von Juan Antonio Samaranch, der auf den Tag genau 21 Jahre nach seiner Wahl 1980 ebenfalls in der russischen Hauptstadt aus dem Amt ausgeschieden ist. Rogge ist der achte Präsident in der 107-jährigen Geschichte des IOC. Der Chirurg und Orthopäde wurde für acht Jahre gewählt. Nach den neuen IOC-Regeln ist danach lediglich eine Wiederwahl für vier Jahre möglich.

Der dreimalige Olympia-Teilnehmer im Segeln aus Gent setzte sich im zweiten Wahlgang gegen den Kanadier Richard Pound, den Südkoreaner Un Yong Kim und den Ungarn Pal Schmitt durch. Die Amerikanerin Anita Defrantz war im ersten Wahlgang ausgeschieden.

Rogge ist der zweite Belgier, der in das höchste Amt des olympischen Sports gewählt worden ist. Vor ihm hatte sein Landsmann Henri de Baillet-Latour das IOC von 1925 bis 1942 geführt. Zu seinen anderen Vorgängern gehören der Grieche Demetrius Vikelas (1894 bis 1896), der Franzose Pierre de Coubertin (1896 bis 1925), der Schwede Sigfrid Edström (1946 bis 1952), der Amerikaner Avery Brundage (1952 bis 1972) sowie der Ire Michael Killanin (1972 bis 1980).

EU-Kommission begrüßt die Wahl von Rogge

Die Brüsseler EU-Kommission hat die Wahl des Belgiers Jacques Rogge zum neuen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) begrüßt. Das sei eine "gute Nacht für den weltweiten Sport und für Europa", erklärte Sportkommissarin Viviane Reding am Montag in Brüssel. Das Nationale Olympische Komitee (NOK) Belgiens begrüßte die Wahl des Mediziners, gab aber keine weitergehende Erklärung ab.

In einem Glückwunschschreiben an Rogge schrieb Reding nach Angaben ihrer Behörde: "Ihre Wahl symbolisiert den Erfolg der Werte, denen die EU-Kommission verpflichtet ist. Dazu gehören das Fairplay, die Transparenz und die Solidarität. Die Aufgabe, die sich stellt, ist enorm, doch ich habe keinen Zweifel an ihrem Erfolg bei diesem Vorhaben", schrieb die Luxemburgerin.

Die EU-Kommission lobte die bisherige Zusammenarbeit mit Rogge in den vergangenen beiden Jahren. Reding hob dessen Aufgaben als bisheriger Präsident der Olympischen Komitees Europas und als Mitglied des Gründungsrates der Antidoping-Weltagentur hervor. In den kommenden Wochen solle eine gemeinsame Aktion an europäischen Schulen über die Werte des Sports angekündigt werden. Rogge sei ein Verbündeter im Kampf gegen das Doping, meinte Reding.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%