Zweiter Deutscher nach Nicolas Kiefer erreicht dritte Runde
Tennisprofi Haas besiegt Angstgegner

Tennisprofi Tommy Haas hat bei den US Open die dritte Runde erreicht. Der Hamburger setzte sich in vier Sätzen gegen den Franzosen Sebastian Grosjean durch.

Von Jörg Allmeroth, New York

HB BERLIN. Unter einem stahlblauen New Yorker Himmel hat Tommy Haas einen der wichtigsten Siege in seiner Comeback-Saison gefeiert: «Das gibt gewaltigen Auftrieb», sagte Haas nach seinem teils begeisternden Auftritt beim 6:4, 6:4, 1:6, 6:1-Drittrunden-Triumph gegen den an Nummer 13 gesetzten Franzosen Sebastian Grosjean, «jetzt will ich hier richtig angreifen.»

Als Haas nach genau zwei Stunden und 40 Minuten zum Handschlag ans Netz marschierte, war nach Nicolas Kiefer auch der zweite deutsche Hoffnungsträger für das kommende Davis Cup-Match in der Slowakei in die dritte US Open-Runde eingezogen.

Während Haas nun am Sonntag auf den Sieger der Partie zwischen dem Brasilianer Ricardo Mello und dem Spanier David Sanchez trifft, steht Kiefer nun ein Duell mit dem ehemaligen Australian Open-Champion Thomas Johansson aus Schweden bevor. In der Nacht kann auch noch New York-Debütant Philipp Kohlschreiber aus Augsburg gegen den Spanier Feliciano Lopez in die Runde der letzten 32 einziehen.

Knapp vor dem Ende der ersten Grand Slam-Woche zog Davis Cup-Teamchef Patrik Kühnen indes schon ein erfreuliches Fazit für die deutschen Profis: «Wir haben den Aufwärtstrend der letzten Monate klar bestätigt», sagte der Saarländer, «neben den arrivierten Spielern haben junge Leute wie Mayer und Kohlschreiber überzeugt und mächtig Eindruck hinterlassen.» Für das Davis Cup-Spiel in der Slowakei zeichnete sich in jedem Fall auch eine Berufung Mayers ab, der am Donnerstagabend bis zu seiner Verletzungsaufgabe einen großen Kampf gegen Andre Agassi geliefert hatte.

Auch auf Tommy Haas, den stärksten deutschen Nationalspieler der letzten Jahre, kann Kühnen bauen beim wegweisenden Spiel in Bratislava. Bei der Aufgabe gegen Grosjean präsentierte sich der gebürtige Hamburger, der in dieser Saison schon zwei Turniertitel in Houston und Los Angeles geholt hat, besonders in den beiden Auftaktsätzen in toller Form. «Hier geht noch eine ganze Menge für Tommy», sagte später Haas-Coach Nick Bollettieri, «ihn muß man erst mal schlagen, wenn man dieses Turnier gewinnen will.» Nur im dritten Durchgang verlor der 26-jährige seine klare Linie und seine Konzentration. Doch wirklich aus dem Gleichgewicht ließ sich der zupackende, stets aktiv um Punktgewinne bemühte Haas nicht und gewann nach 0:1-Rückstand mit Break im vierten Satz alle sechs folgenden Spiele.

Spätestens in einem potenziellen Achtelfinal-Match gegen den Argentinier David Nalbandian darf Haas allerdings seine Möglichkeiten nicht ähnlich verschwenderisch auslassen wie gegen Grosjean: Nur sechs von 20 Breakpunkten konnte Haas verwandeln, selbst im glatt verlorenen dritten Satz hatte der Deutsche gleich im ersten Spiel vier Möglichkeiten zur 1:0-Führung und einem dann wahrscheinlich viel schnelleren Ende der Partie. «Ich habe mir noch Raum zur Steigerung gelassen», bekannte Haas selbstkritisch, «aber mein Selbstvertrauen ist nach diesem Spiel trotzdem gewachsen.»

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