Zweiter Platz in Asiens Mobiltelefonmarkt angestrebt
Siemens baut ab in Deutschland und investiert in Asien

Der Siemens-Konzern will angesichts der Flaute auf wichtigen Mobiltelefon-Märkten seine Marktposition in Asien deutlich verbessern. In der Sparte nformationstechnologie werden in Deutschland dagegen erneut Arbeitsplätze gestrichen. Mehr als 1&nbs;600 Stellen bei der Dienstleistungstochter Siemens Business Services (SBS) sollen entfallen.

ap/dpa MÜNCHEN/PEKING. Die Nachfrage im asiatischen Mobilfunkmarkt wachse rasant, sagte Lothar Pauly, Bereichsvorstand bei IC Mobile (ICM), am Mittwoch in Peking. Daher wolle Siemens die Produktionskapazität in Schanghai um 40 % auf jährlich 14 Mill. Handys aufstocken. Dazu sollen 60 Mill. Dollar (rund 138 Mill. DM) investiert werden. Mittelfristig will Siemens auf dem asiatischen Mobilfunkmarkt um eine Position auf Rang zwei vorrücken.

Branchenexperten hatten ihre Prognosen für den weltweiten Handy-Markt in den vergangenen Monaten schrittweise gesenkt. Derzeit wird für 2001 zumeist nur noch mit einem stabilen Absatz von etwa 400 Mill. verkauften Mobilfunkgeräten gerechnet. Früher waren Analysten von bis zu 550 Mill. ausgegangen. Asien gilt aber noch als Wachstumsregion.

Derzeit hat Siemens laut Mitteilung bei Handys in Asien einen Marktanteil von zwölf Prozent. In China, dem größten Einzelmarkt, liege der Anteil bei 13 %. Bei der Netzinfrastruktur sind es in Asien elf und in China allein 14 %.

In Bereich Forschung und Entwicklung will ICM laut Pauly bis Mitte 2003 rund 250 Mill. Dollar (575 Mill. DM/294 Mill. Euro) in den Ausbau der drei neuen Kompetenzzentren investieren. Dabei sollen in Peking, Schanghai und Singapur 320 Arbeitsplätze entstehen. Derzeit arbeiten in den Forschungszentren 150 Menschen.

Abschwächende IT-Konjunktur kostet Arbeitsplätze in Deutschland

In der Informtationstechnologie-Sparte in Deutschland stehen die Zeichen hingegen auf Rückzug. Die Siemens-Tochter SBS bietet unter anderem Computerwartungen und Softwarepflege an. Ein Siemens-Sprecher begründete den Schritt mit der Konjunkturflaute in der Computerbranche. Von dem Stellenabbau bei der Siemens-Tochter SBS sind laut IG Metall die Standorte München mit mehr als 500, Paderborn mit mehr als 300 Stellenstreichungen, sowie Berlin und die neuen Bundesländer betroffen. Die ersten 800 Arbeitsplätze würden bereits bis Ende September abgebaut. Nach Ansicht der Gewerkschaften und der Betriebsräte hat das Management von Siemens Business Services kein strategisches Konzept, um sich der abschwächenden IT-Konjunktur entgegenzustellen.

Siemens-Sprecher Peter Gottal bestätigte die Zahl von 1 600 Stellen. Er sprach jedoch von einer Planzahl, die das Unternehmen bis Ende September 2002 abbauen wolle. Dazu gehörten Stellen, die entgegen ursprünglicher Planung nicht besetzt oder nach einem Wechsel nicht neu ausgeschrieben würden. Entlassungen und betriebsbedingte Kündigungen konnte er aber auch nicht ausschließen. Dies sei jedoch die "Ultima Ratio", sagte Gottal.

Der Siemens-Konzern hatte bereits im Frühjahr wegen der Krise im Telekommunikations-Geschäft angekündigt, rund 8 000 Stellen zu streichen.

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