Zweiter Tag des Treffens der G-20-Finanzminister und Notenbanker in Montreal
Euro nur noch knapp über Allzeit-Tief

Am zweiten Tag des Treffens der G-20-Finanzminister und Notenbanker in Montreal hat der Euro im europäischen Handel am Mittwoch erneute Kursverlust hinnehmen müssen und nur noch knapp über seinem Allzeit-Tief notiert. Am Dienstag hatten sich weder EZB-Chef Wim Duisenberg noch andere Teilnehmer des Treffens zu einer Aussage über den Euro durchringen können.

Reuters FRANKFURT. Händler sagten, die G-20-Staaten würden sich bis zum Abschluss des Treffens am Mittwochabend (Ortszeit) voraussichtlich zwar zur globalen Wirtschaft äußern. Es sei jedoch unklar, ob sie den Euro direkt erwähnen würden. Sollte eine Äußerung ausbleiben, seien Kurse unter 80 US-Cents nicht auszuschließen, sagten Experten. Der am Morgen veröffentlichte starke Anstieg der deutschen Importpreise habe den Euro-Kurs nicht nennenswert beeinflusst, hieß es.

Gegen 10.30 Uhr MESZ notierte der Euro mit 0,8330/35 Dollar nur noch knapp über seinem am 18. Oktober erreichten Allzeittief von 0,8323 Dollar. Gegenüber dem Yen notierte der Euro mit 90,34 Yen.

Händler sagten, beim Durchbrechen der Marke von 85 US-Cents nach unten könnte die Gemeinschaftswährung ein neues Rekordtief erreichen. Die Tatsache, dass der Euro so nahe an seinem Allzeittief notiere, weise auf die generelle Abwärtstendenz der Gemeinschaftswährung hin. Je länger der Markt aufgrund der Interventions-Spekulationen mit seinen Euro-Verkäufen warte, desto größer sei die Chance für deutliche Kursverluste, sollte es in Montreal nicht zu konkreten Äußerungen zum Euro kommen.

Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) Wim Duisenberg hatte sich am Dienstag bei seiner Ankunft auf dem G20-Treffen in Montreal nicht zum Euro geäußert. Damit hielt der EZB-Präsident an seiner in der vergangenen Woche verkündeten Linie fest, sich nicht mehr zu Interventionen am Devisenmarkt zu äußern.

Der hessische Landeszentralbankpräsident Hans Reckers forderte die Finanzminister und die Europäische Zentralbank (EZB) in einem am Mittwoch veröffentlichten Magazin-Interview dazu auf, den Euro nach außen besser darzustellen. Dies blieb an den Devisenmärkten jedoch unbemerkt.

Wenig Auswirkungen hatten auch die am Mittwochmorgen veröffentlichten deutschen Einfuhrpreise für September. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, stiegen die Einfuhrpreise auf Grund der hohen Rohöl- und Energie-Preise mit einer Jahresrate von 13,4 (August 11,9) Prozent auf den höchsten Stand seit 19 Jahren. Auch ohne diese Sonderfaktoren hätten die Einfuhrpreise noch um 8,1 Prozent über dem Vorjahreswert gelegen. Im Monatsvergleich stiegen die Importpreise den Angaben zufolge um 2,3 Prozent. Von Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg von 1,1 Prozent zum Vormonat und um 12,1 Prozent zum Vorjahr gerechnet.

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