Zweiter Versuch
Karadzic-Festnahme erneut gescheitert

Die Bosnien-Schutztruppe SFOR hat am Freitag zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden vergeblich versucht, den als Kriegsverbrecher gesuchten früheren Präsidenten der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, festzunehmen.

Reuters BRÜSSEL. An der Operation der SFOR-Soldaten im Südosten des Landes seien Bodentruppen und Luftstreitkräfte beteiligt gewesen, teilte die Nato in Brüssel mit. Es habe geheimdienstliche Informationen gegeben, dass sich Karadzic noch in der Gegend aufhalten solle, hieß es. Die Suche habe wie am Vortag unweit des Dorfes Celebici stattgefunden. Die von der Nato geführte SFOR werde ihre Bemühungen fortsetzen, Karadzic zu fassen, teilte die Allianz mit. Sie appellierte zugleich an Karadzic, sich selbst zu stellen, bevor er mit Gewalt gefasst werde.

Karadzic wird ebenso wie sein damaliger Militärchef Ratko Mladic vom Uno-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Bosnien-Krieg (1992-95) gesucht. Ihnen werden vor allem das Massaker von Srebrenica und die Belagerung von Sarajevo vorgeworfen. 1995 wurden in Srebrenica wurden 8 000 moslemische Männer ermordet; während der dreieinhalb Jahre dauernden Belagerung Sarajevos wurden 12 000 Menschen getötet.

Am Donnerstag hatten die SFOR-Soldaten bei Celebici drei Waffenversteck gefunden. An dem Einsatz waren auch deutsche Soldaten beteiligt.

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