Zweites Edelmetall für Deutschland
Judith Arndt mit „Stinkefinger“ zu Olympia-Silber

Die Leipzigerin Judith Arndt hat das zweite Edelmetall für die deutsche Olympia-Mannschaft eingefahren. Sie machte es beim Straßenradrennen am Sonntag deutlich besser als ihre männlichen Kollegen am Tag zuvor und musste im Zweikampf auf den letzten Metern lediglich der Australierin Sara Carrigan den Vortritt lassen. Nach ihrem Coup übte sie harsche Kritik am Verband.

HB ATHEN. zu Olympia-Silber: Nach ihrem größten sportlichen Erfolg entlud sich der ganze Frust von Judith Arndt in einer provokanten Geste: Mit hocherhobenem "Stinkefinger" für sie über die Ziellinie zu Silber. Obwohl die 28-Jährige am Sonntag unter der Akropolis damit die erste Medaille für die deutschen Radfahrer in Athen gewann, wollte sich bei der Leipzigerin keine Freude einstellen. "Silber ist besser als gar nichts. Aber wenn Petra Roßner nominiert worden wäre, hätten wir heute Gold machen können. Sie wäre unsere Trumpfkarte gewesen, weil sie die Schnellste ist", übte Arndt erneut heftige Kritik am Bund Deutscher Radfahrer (BDR). Im Finish des 118,8 km langen Rennens hatte sich Arndt der spurtstärkeren Carrigan praktisch kampflos ergeben.

Ullrich hatte am Vortag die historische Chance verpasst, als erster Radprofi seinen Olympiasieg zu wiederholen. Der Goldmedaillen- Gewinner von Sydney musste beim Straßenrennen über 224,4 km unter gnadenlos glühender Sonne mit dem 19. Rang zufrieden sein. Auf dem geschichtsträchtigen Parcours unter der Akropolis holte der Italiener Paolo Bettini Gold vor dem Portugiesen Sergio Paulinho. Der Weltranglisten-Spitzenreiter Erik Zabel aus Unna wurde hinter Axel Merckx (Belgien), dem Sohn des berühmten Eddy, Vierter und ärgerte sich: "Schade, um vier Sekunden an Bronze vorbei. Das erinnert mich an Barcelona."

Der Erfolg von Arndt geriet fast zur Nebensache, als die Olympia- Zweite nach dem Rennen zum verbalen Rundumschlag ausholte. "Der Verband hat falsch entschieden", wetterte sie zum wiederholten Male über die Nichtberücksichtigung ihrer Lebensgefährtin Roßner. Die deutsche Meisterin war nur als Touristin nach Athen gekommen. BDR-Chefin Sylvia Schenk konnte die Attacke nicht nachvollziehen: "Der Rennverlauf hat gezeigt, dass es kein Kurs für Sprinterinnen war. Daher verstehe ich die Kritik nicht." Der Verband hatte die Cottbuserin Angela Brodtka, die das Rennen aufgab, anstelle von Roßner nominiert.

Seite 1:

Judith Arndt mit „Stinkefinger“ zu Olympia-Silber

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%