Zweites TV-Duell im Kampf um den Präsidentenposten
Scharfe Debatte zwischen Kerry und Bush

US-Präsident George W. Bush und sein demokratischer Herausforderer John Kerry traten zum zweiten Mal zum direkten Vergleich im Fernsehen an. Die Diskussion geriet zu einem lebhaften Streitgespräch.

HB BERLIN. Die meisten Umfragen ergeben derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Kandidaten für die US-Präsidentschaft, wobei Amtsinhaber George W. Bush leicht im Vorteil ist, jedoch nicht in einem Umfang, der größer ist das statistisches Rauschen. Herausforderer Senator John F. Kerry hatte nach der ersten TV-Debatte vergangene Woche in der gemessenen Wählergunst auf den Präsidenten aufschließen können. Zuvor hatten beide noch nie eine Debatte verloren.

Die zweite TV-Debatte, in der Universität von Saint Louis, war ein sogenanntes Town-Hall-Meeting: Die Kandidaten beantworten Fragen aus dem Publikum. Jeder der 140, noch nicht für einen der Kandidaten entschiedenen Zuschauer hatte zwei Fragen eingereicht, eine an jeden Kandidaten. Moderator Charles Gibson von ABC News wählte jene Fragen aus, die dann tatsächlich in der Sendung gestellt wurden.

Der direkte Dialog mit den Bürgern gilt als große Stärke Bushs, und in ersten Reaktionen wurde Bush besser bewertet als nach der ersten Debatte. Doch auch Kerry wurde ein weiterer starker Auftritt attestiert.

Die erste Frage bezog sich auf Kerrys «Wischi-Waschi-Haltung». Dies war eine Vorlage für Kerry, der auf viele Themen hinwies, in denen er eine klare Position hat. «Ich bin nicht Wischi-Waschi, ich bin entschieden für Sie», sagte Kerry dem Publikum. Er stellte unter anderem seine Arbeitsmarktpolitik und seine Bildungspolitik als weit entschiedener dar als die Bushs.

Bush sagte, man müsse «geschlossen und konsistent» auftreten in Kriegszeiten, und wies erneut, wie schon wiederholt in der ersten Debatte, auf Kerrys Zustimmung und spätere Kritik am Irak-Krieg hin.

Bush hatte sich dann einer Frage zu stellen, die sich auf das jüngste Eingeständnis seiner Regierung bezog, dass es keine Massenvernichtungswaffen in Irak gab, als die USA im vergangenen Jahr angriffen. Bush antwortete, dass seinerzeit alle, auch Kerry, an die Existenz solcher Waffen geglaubt hätten. Die Welt sei nun sicherer, weil Saddam Hussein aus dem Amt gezwungen worden sei.

«Die Welt ist ein unsicherer Ort», entgegnete Kerry. Er wäre als Präsident mit dem Problem anders umgegangen als Bush, der darauf verzichtet habe, Amerikas Verbündete zu einer Koalition gegen Irak zusammenzubringen. Zudem habe er die Suche nach dem Terroristenführer Osama bin Laden vernachlässigt: «Das ist der wahre Krieg gegen den Terror», rief Kerry.

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