Zweitgrößter Börsengang in den USA
Philip Morris gewinnt beim Kraft-Börsengang

Der Börsengang von Kraft Foods, die Nahrungsmittel-Tochter von Philip Morris, kann sich sehen lassen. Dank des großen Interesses seitens der Investoren, wurde die Spanne für den Zuteilungskurs in letzter Minute von 27 bis 30 auf 30 bis 31 Dollar angehoben. Allerhand Grund beim Management beider Konzerne, die Champagner-Korken knallen zu lassen.

NEW YORK. Mit einer Zuteilung zu 31 Dollar, erlösen die 280 Millionen platzierten Aktien rund 8,7 Milliarden Dollar. Bedenkt man, dass Kraft in den 80er Jahren für etwa 10 Dollar pro Aktie übernommen wurde, ist es ein großer Erfolg für Philip Morris. Zudem kontrolliert der Tabak-Konzern auch nach der Börseneinführung 98 Prozent der Stimmrechte und hält weiterhin 84 Prozent der Anteile.

So ist dann auch der eigentliche Gewinner des Börsengangs weniger Kraft, sondern eigentlich Philip Morris. Marc Cohen von Goldman Sachs empfiehlt den Wert weiterhin als überdurchschnittlichen Marktperformer. "Dank des hohen Zuteilungskurses, könnten die Aktien von Philip Morris noch an diesem Mittwoch auf 51 bis 53 Dollar steigen", hofft der Analyst. Auf Sicht der nächsten 12 Monate traut Cohen der Aktie sogar Kurse bis zu 75 Dollar zu. Das nachlassende Risiko durch Raucherklagen, gekoppelt mit dem expandierenden Ertragswachstum im Tabak- und Nahrungsmittelbereich verspreche die Aktie satte Kursgewinne.

Dass sich der Enthusiasmus der Analysten für Kraft in Grenzen hält, scheint wiederum kaum erstaunlich. Schließlich bedeutet der große Börsenerfolg auch, dass das Kurspotenzial eher begrenzt sein dürfte. Mit einer Marktkapitalisierung von über 55 Milliarden Dollar, erreicht der Konzern eine Bewertungsniveau wie Hewlett-Packard oder Merrill Lynch. "Bei einem Aktienkurs von über 31 Dollar ist Kraft Foods nicht mehr als preiswert zu betrachten", meint William Leach von der Banc of America. Gemessen an den Gewinnerwartungen für 2001 liegt das KGV bei 19. Das durchschnittliche KGV der Branche liegt bei etwa 18. Hinzu kommt, dass die Umsätze in den vergangenen fünf Jahren mehr oder weniger unverändert ausgefallen sind und zukünftig um jährlich nur 3 Prozent zulegen dürften. Geht man davon aus, dass die Gewinne pro Aktie in den nächsten fünf Jahren um jährlich 9 Prozent steigen, ist der Wert nicht gerade "sexy". Leach stuft den Wert daher nur mit "halten" und einem Ziel von 33 Dollar ein.

Die Kollegen bei Goldman Sachs, die noch keine Einstufung auf Kraft Foods bekannt gegeben haben, scheinen die Situation nicht anders zu betrachten. Laut Romitha Mally ist die Aktie bei 25 Dollar fair bewertet und bis 28 Dollar aggressiv kaufenswert. Mehr als 32 Dollar sollten Investoren für die Aktie aber nicht auf den Tisch legen, rät die Analystin. "Mal abgesehen vom noblen Namen, ist Kraft nur ein Nahrungsmittelwert der die gleichen Hürden nehmen muss, wie jeder andere Nahrungsmittelwert", lamentiert Mitchell Pinheiro von dem Brokerhaus Janney Montgomery Scott. Bedauerlich ist zudem, dass Kraft Foods trotz der Größe nicht in den S&P 500 Index kommen wird. Um in den Index zu gelangen, müssen mindestens 50 Prozent der Aktien eines Konzerns öffentlich gehandelt werden.

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