Zweitgrößter Börsengang in Deutschland
"Aktie Gelb" kostet 18 bis 23 Euro

afp/rtr BONN. Mit der Bekanntgabe der Preisspanne hat am Wochenende die heiße Phase im Börsengang der Deutschen Post begonnen. Die Aktien der Deutschen Post werden ab Montag in einer Preisspanne von 18 bis 23 Euro zum Zeichnen angeboten. Online-Special zum Börsengang der Post

Wie der Bonner Konzern gemeinsam mit seinen Eigentümern Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und Bundesfinanzministerium mitteilte, soll es als weiteren Kaufanreiz kostenlose Bonus-Aktien geben. Dafür muss der Anleger das gezeichnete und erworbene Papier zwei Jahre lang (bis 30. November 2002) im Depot halten. Für je 15 Aktien soll es eine Treue-Aktie geben.

Den weiteren Angaben zufolge will der Bund 25 % der insgesamt rund 1,11 Mrd. Post-Aktien und damit 278,2 Mill. Papiere am Markt verkaufen. Inklusive eine Mehrzuteilungsreserve ("Greenshoe") von bis zu 41,73 Mill. Papieren winkt Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) aus dem Börsengang der Post ein Emissionserlös von 5,8 bis 7,4 Mrd. Euro.

Zuteilung nach "einheitlichen, fairen und transparenten Kriterien"

Die Frühzeichner-Phase läuft von Montag bis zum 10. November. Die von der Post angebotenen Kaufanreize für Frühzeichner setzen voraus, dass der Aktionär die Papiere für 24 Monate behält. Die "normale" Zeichnungsfrist endet für Privatanleger am 16. November und für institutionelle Investoren am 17. November. An den beiden darauf folgenden Tagen sollen der Ausgabepreis und die Zuteilung bekannt gegebenen werden; am Montag, dem 20. November, soll die Aktie des ehemaligen Staatskonzerns in Handel an allen deutschen Börsen gehen und Privatanlegern in Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und Spanien zum Kauf angeboten werden. Darüber hinaus ist eine Privatplatzierung in den USA und ein öffentliches Angebot in Japan geplant. Den Angaben vom Samstag zufolge soll die Zuteilung der Papiere an Privatanleger nach "einheitlichen, fairen und transparenten Kriterien" erfolgen.

Genügend Marktgewicht für Aufnahme in den Dax

Mit der nun festgelegten Preisspanne ergibt sich nach Angaben der Post auf der Basis aller Unternehmens-Aktien eine Marktkapitalisierung von 20 bis 26 Mrd. Euro. Da der Bund allerdings nach bisherigen Angaben nur den Post-Anteil der KfW von knapp 50 % zum Börsenhandel zulassen will, beläuft sich die Marktkapitalisierung rein rechnerisch auf zehn bis 13 Mrd. Euro. Aber auch mit diesem "halbierten" Wert weist die Post nach Einschätzung von Analysten genug Marktgewicht auf, um in den Deutschen Aktienindex (Dax) aufgenommen zu werden.

Ausbau der Bereiche Bereiche Logistik, Paket/Express und Postbank

Post-Chef Klaus Zumwinkel hatte sich noch am Freitagabend über den Erfolg des Börsengang seines Konzerns zuversichtlich gezeigt. "Alle Marktforschungsstudien zeigen, das wir sehr gut ankommen", sagte Zumwinkel auf einer Veranstaltung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Düsseldorf. Zumwinkel rechnet trotz der Konkurrenz durch die elektronische Kommunikation auch beim Standardbrief mit Wachstumsraten von 1 bis 2 % jährlich in den kommenden 10 Jahren. In etwa 3 bis 5 Jahren soll die Briefsparte nur noch rund die Hälfte (aktuell rund 77 %) zum Konzerngewinn beitragen. Dann sollten auch die übrigen rund 50 % ausmachen.

Für die Post-Aktie als "solides Investment auf attraktivem Fundament" gebe es verschiedene Argument, so Zumwinkel: "Ein globales Unternehmens-Netzwerk in 150 Ländern; die Verbindung der Old Economy-Werte mit den Zukunftspotenzialen der New Economy; die Wachstumsorientierung durch globale Expansion und One-Stop-Shopping-Lösungen ("alles aus einer Hand"); ein Management mit Erfahrung und klarer strategischer Vision; die hervorragende Positionierung der Deutsche Post World Net als multinationaler Konzern in der Wachstumsbranche Logistik."Die Post werde vom Interesse der Anleger an der Logistikbranche profitieren, lautete Zumwinkels Fazit.

Am Montag will die Post ihre "Roadshow" für Anlageberater starten, in deren Rahmen Zumwinkel und Finanzvorstand Edgar Ernst in internationalen Finanzzentren wie London, New York und Tokio für die "Aktie Gelb" werben wollen.

>>>Handelsblatt.com berichtet ab Montag in einem "Post-Special" ausführlich über den Börsengang der Deutschen Post, bringt Einschätzungen von Analysten und liefert Hintergrundinformationen über die Entwicklung der Transport- und Logistikbranche.<<<</b>

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