Zweitgrößter Deal in der amerikanischen Nahrungsmittelbranche
US-Schokofabrikant steht vor Verkauf

Der größte amerikanische Schokoladenhersteller und Süßwarenkonzern Hershey Foods Co. wird möglicherweise verkauft. Die Stiftung Milton Hershey School Trust, die das Unternehmen kontrolliert, prüfe einen möglichen Deal. Als Verkaufspreis sind mehr als 10 Mrd. Dollar (10,1 Mrd. Euro) im Gespräch. Dies berichtet das Wall Street Journal aus unternehmensnahen Kreisen.

bba/wsj/dpa. PENNSYLVANIA. Die Stiftung Milton Hershey School Trust kontrolliert 31,4 % der Aktien des Süßwarenherstellers. Darüber hinaus verfügt sie über 76 % der stimmberechtigten Papiere. Robert C. Vowler, Chef der Hershey Trust Company, der Verwaltungsgesellschaft des Milton Hershey School Trust, bestätigte am Donnerstag, der Trust strebe den Verkauf seiner Hershey-Anteile an. Man wolle seine Vermögenswerte diversifizieren und damit gleichzeitig absichern.

Der Hershey-Verwaltungsrat hatte sich am Mittwoch getroffen, um einen möglichen Verkauf zu diskutieren. Sollte der Verwaltungsrat sich um Gebote bemühen, wäre dies die größte Auktion einer amerikanischen Lebensmittelfirma seit Nabisco. Der Keks- und Cracker-Hersteller war vor zwei Jahren für 14,91 Mrd. Dollar an die Kraft-Sparte von Philip Morris verkauft worden. Kraft ist inzwischen verselbstständigt worden.

Hershey könnte nach Darstellung der Zeitung Gegenstand einer Angebotsschlacht werden. Als bevorzugter Interessent gilt Nestlé. Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern besitzt die Süßwarenmarke Kitkat, die er an Hershey lizensiert hat. Als weitere Bieter sollen der Kraft-Konzern sowie die Getränke-Hersteller Pepsi Co. Inc. und Cadbury Schweppes im Gespräch sein.

Der Hershey-Konzern ist in den Vereinigten Staaten Branchenführer. Mit einem Marktanteil von 31 % hat er im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,6 Mrd. Dollar erzielt. Analyst Patrick Hasenböhler von der Züricher Bank Sarasin & Cie. nannte den potenziellen Verkauf wegen des riesigen Marktanteils von Hershey eine "einmalige Gelegenheit". Eine Übernahme des Schokoladen-Konzerns würde auch die weit fortgeschrittene Konsolidierung in der Nahrungsmittelbranche fortsetzen. Die Aktien legten am Donnerstag nach Öffnung der New Yorker Börse um 20 % auf 75 $ zu.

Quelle: Wall Street Journal

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