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Zwergenweitwurf

Von Albrecht Prinz Croy Wie wichtig ein Mann wie Paul Kirchhof für die deutsche Politik ist, zeigt die Reaktion auf ihn. Kleinmütige, Angsthasen, Krämerseelen und zwanghafte Ideologen üben sich im Zwergenweitwurf.

Von Albrecht Prinz Croy

Wie wichtig ein Mann wie Paul Kirchhof für die deutsche Politik ist, zeigt die Reaktion auf ihn. Kleinmütige, Angsthasen, Krämerseelen und zwanghafte Ideologen üben sich im Zwergenweitwurf. Schon ihre ersten Aussagen offenbarten ihre intellektuellen Grenzen. "Geht nicht" ist das Echo, dass dem Heidelberger Steuer-Freidenker entgegen schallt. Von den üblichen Verdächtigen wird dann immer noch variiert, wie unsozial das alles sei. Kirchhoff trägt in einer unverhofften Weise dazu bei, die Mechanismen einer erstarrten Republik offen zu legen. Die Sozialdemokratisierung unserer Parteien verbietet eine andere Sichtweise als die politisch korrekte, wonach der Staat immer und zuerst sich um die angeblich Benachteiligten zu kümmern habe. Das ist das gute am Professor Kirchhof: er demaskiert die Unfähigkeit dieses Gemeinwesens zur Eigenverantwortung. Der Staat soll alles tun, damit wir selbst möglichst nichts tun müssen.

Den Preis für die Dummheit der Woche (allerdings auch für die Perfidie) hat sich der SPD-Altlinke Michael Müller verdient. Er vergleicht Kirchhof mit den "amerikanischen Neokonservativen um Dick Cheney und Paul Wolfowitz", die auch (und jetzt kommts) "für den Irak-Krieg verantwortlich sind". Wie diese vertrete er eine gesellschaftspolitische Ideologie. Was bitte, lieber stellvertretender Fraktionsvorsitzender einer von gesellschaftspolitischen Ideologien besessenen Partei, ist denn daran falsch? Es ist nicht die Ihre, und deswegen muss der Mann verunglimpft werden, mit den amerikanischen "Kriegstreibern" in einen Topf, da wird den Leuten schon einleuchten, wie gefährlich das Gedankengut dieses Professors ist.

Gefährlich ist es nur für die Apologeten einer verfehlten Sozial- und Klientelpolitik. "Die kleinen Leute" müssen immer dann herhalten, wenn ihre selbsternannten Beschützer argumentativ in die Defensive geraten. Das Modell Kirchhof wird der Krankenschwester nichts nehmen, ihr Nachtzuschlag wird nicht gestrichen, sondern die "Steuerfreiheit" fällt weg. Gleichzeitig wird aber ihre Steuerbelastung in einem Maße runter gefahren, die diesen Verlust mehr als kompensiert.

Und genau das ist das Gefährliche: dieses System der Einheitssteuer belastet eben nicht die "kleinen Leute", wenn die dieses erst verstanden haben, geht das Klientel der Sozialdemokraten in allen Parteien von der Fahne. Und wir hätten in der Tat einen anderen Staat, nicht den unliberalen Rundumversorger, sondern den freiheitlich über seinen Bürgern und ihrer Eigenverantwortung Stehenden.


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