Zwickel-Affäre
IG-Metall will Manager-Gehälter begrenzen

"Es geht um die Frage, ob die Vorstandsbezüge und Abfindungen in ihrer Höhe begrenzt werden müssen", sagte der Spitzenfunktionär IG Metall, Klaus Lang, dem "Handelsblatt".

rtr BERLIN. Dabei spiele auch die Vertragsgestaltung eine entscheidende Rolle, etwa der Anspruch bei vorzeitigem Ausscheiden für die gesamte Restlaufzeit das volle Gehalt zu bekommen. "Spätestens nach der Sommerpause wollen wir diese Debatte im DGB (Deutschen Gewerkschaftsbund) anstoßen", sagte Lang. Die stellvertretende Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Margret Mönig-Raane, sagte nach dem Bericht, für Vorstandsgehälter müsste dringend eine gesellschaftlich akzeptierte Schamgrenze gefunden werden.

Allerdings sei eine gesetzlich fixierte Höchstgrenze problematisch. Sie setze auf eine Veröffentlichungspflicht der Vorstandsgehälter, um exzessiver Selbstbedienung vorzubeugen. Am Donnerstags hatte IG-Metall-Chef Klaus Zwickel Fehler im Zusammenhang mit den Millionen-Abfindungen für frühere Mannesmann-Manager eingeräumt, den Vorwurf der Untreue aber erneut zurückgewiesen. Rückblickend wäre es besser gewesen, wenn er bei der damaligen Mannesmann-Aufsichtsratssitzung die hohen Abfindungen klar abgelehnt hätte anstatt sich lediglich der Stimme zu enthalten, hatte er gesagt.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt wegen umstrittener Abfindungen in Millionenhöhe gegen etliche frühere Top-Manager und Aufsichtsratsmitglieder des früheren Mobilfunk-Konzerns Mannesmann, der im Februar 2000 von dem britischen Konkurrenten Vodafone übernommen wurde. Zwickel saß damals in dem Mannesmann-Aufsichtsratsausschuss, der nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Abfindungen in Höhe von mindestens 200 Millionen Mark billigte.

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