Zwickel befürchtet Nachschlagdebatte
Streikwelle an deutschen Flughäfen setzt sich fort

Nach den Piloten der Lufthansa hat am Dienstag das Kabinenpersonal der Deutschen BA gestreikt. Die Warnstreiks führten auf sechs deutschen Flughäfen zu mehrstündigen Verspätungen und Streichungen von Flügen.

dpa FRANKFURT. Insgesamt 4 100 Passagiere konnten nicht oder verspätet in Richtung ihres Zielortes abheben. Nach einem Aufruf der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatten morgens insgesamt rund 150 Flugbegleiter die Arbeit niedergelegt.

Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Deutschen BA unter anderem einen Manteltarifvertrag, mehr freie Tage und eine Begrenzung der Flugstunden auf 85 Stunden pro Monat wie bei den Piloten. "Der Streik kam für uns völlig unerwartet", sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft. Die Airline habe mit einer Einigung bei der nächsten Tarifverhandlungsrunde für die insgesamt 330 Beschäftigten des Kabinenpersonals am 22. Mai gerechnet. "Wir haben keine definitive Annäherung erzielt", sagte eine Verdi-Sprecherin in München. Selbst der Termin der nächsten Verhandlungsrunde stehe noch nicht fest.

Kein Durchbruch bei Verhandlungen mit Lufthansa-Piloten

Im Tarifstreit um höhere Gehälter für die Lufthansa-Piloten wird die Zeit bis zu einem möglichen neuen Streik am Donnerstag knapp. Die Gespräche an einem geheim gehaltenen Ort blieben bis Dienstagnachmittag weiter ohne Ergebnis, wie die Vereinigung Cockpit mitteilte. Beide Seiten verhandelten schon am dritten Tag in Folge, ohne dass Anzeichen für einen Durchbruch bekannt wurden. Falls es keine Einigung gibt, wollen die Piloten am Donnerstag zum zweiten Mal für 24 Stunden streiken. Die Lufthansa lehnte weiter jeden Kommentar ab. Es war unklar, ob sie angesichts des drohenden Ausstands ein höheres Angebot vorgelegt hat.

Passagiere, die für Donnerstag ein LH-Ticket gekauft haben, müssen vorerst weiter um ihren Flug bangen. Die Lufthansa empfahl, sich bei ihrem Call-Center (Telefon 01803 803 803) über den jeweils neuesten Stand zu erkundigen. Die Entwicklung sei noch nicht abzusehen, hieß es. Am vergangenen Donnerstag waren beim ersten ganztägigen Pilotenstreik mehr als 900 Flüge ausgefallen.

Zwickel befürchtet Nachschlagdebatte in anderen Branchen

"Wir wollen nicht streiken. Aber wenn man uns keine Wahl lässt, müssen wir streiken", sagte Cockpit-Sprecher Georg Fongern. Es sei alles vorbereitet. Cockpit verlangt für die 4 200 Piloten und Copiloten Einkommensverbesserungen von durchschnittlich mehr als 30 %. Das letzte bekannt gewordene Lufthansa-Angebot sieht eine Steigerung von durchschnittlich 10,6 % im Grundgehalt plus eine Ergebnisbeteiligung von zwei Monatsgehältern für 2001 vor.

IG Metall-Chef Klaus Zwickel befürchtet durch das Vorgehen der Piloten eine Nachschlagdebatte auch in anderen Branchen. Ein hoher Abschluss bei den LH-Piloten könnte eine Sogwirkung haben, sagte Zwickel in Frankfurt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%