Zwickel: Zukunftsweisende Vereinbarung
Metall-Tarifparteien vereinbaren Renten-Vertrag

Metallarbeitgeber und die Industriegewerkschaft Metall haben am Dienstag einen Vertrag für ein gemeinsames Altersversorgungswerks für die 3,5 Millionen Beschäftigten in der Branche unterzeichnet.

Reuters KÖLN. Zugleich einigten sich beide Seiten in Köln in einem Tarifvertrag darauf, dass die Beschäftigten bis zu vier Prozent ihres Entgelts in Beiträge für die ab 2002 staatlich geförderte Zusatzrente umwandeln können. Nicht durchsetzen konnte sich die Gewerkschaft mit ihrer Forderung, die von den Arbeitgebern dabei eingesparten Sozialversicherungsbeiträge den Beschäftigten zuzuschlagen.

IG-Metall-Chef Klaus Zwickel und Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser werteten den Abschluss nach den zweitägigen Gesprächen als zukunftsweisende Vereinbarung für die Altersvorsorge. Ursprünglich sollte für den nun schon in Köln geschlossenen Tarifvertrag im Baden-Württemberg eigens ein Pilotabschluss für die gesamte Branche ausgehandelt werden.

Bis November sollen die Finanzdienstleister ausgewählt werden, bevor die übertriebliche Einrichtung Anfang nächsten Jahres unter dem Namen "Altersversorgung Metall und Elektro" starten kann. Dafür beschlossen Arbeitgeber und Gewerkschaft am Dienstag Auswahlkriterien, die an insgesamt neun deutsche Finanzdienstleister verschickt werden sollen. Das von IG Metall und Gesamtmetall in der Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts betriebene Versorgungswerk wird einen oder mehrere Dienstleister beauftragen, die die Gelder anlegen und verwalten sollen. Die Geldanlage soll sowohl in Pensionsfonds als auch in Pensionskassen oder in Direktversicherungen möglich sein.

Solide Wachstumsperspektiven

Der Abschluss sei zudem ein "qualitativer Sprung" in der Tarifpolitik, sagte Zwickel. "Mit der jetzt vereinbarten Regelung bieten wir unseren Mitgliedern ein attraktives Angebot mit soliden Anlage- und Wachstumsperspektiven für die zusätzliche Altersversorgung", fügte der IG-Metall-Chef hinzu. Die Betriebe hätten bis 2002 allerdings die Möglichkeit, vorhandene betriebliche Altersversorgungssysteme den neuen Ansprüchen und Förderwegen anzupassen. Sie könnten auch neue Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge schaffen oder mit dem Betriebsrat eine gleichwertige Lösung vereinbaren. Mit diesem Stufenkonzept sei sicher gestellt, dass jeder Arbeitnehmer in der Metall- und Elektrobranche einen Anspruch auf die Umwandlung von Lohn- und Gehaltsbestandteilen für die Altersvorsorge erhalte.

Zwickel sagte, er rechne damit, dass etwa jeder zweite Beschäftigte in der Branche das Angebot in Anspruch nehmen werde. Dies würde seinen Angaben zufolge einem Finanzvolumen von jährlich sieben bis acht Mrd. DM entsprechen.

Das Modell der Metalltarifparteien soll den Angaben zufolge zu attraktiveren Bedingungen als die von Banken und Versicherungen angeboten Produkte führen, weil hohe Verwaltungsgebühren und Provisionen eingespart würden. Sollte das Angebot erfolgreich sein, könne es auch auf andere Branchen ausgeweitet werden, sagte Kannegiesser. Als Beispiel nannte er die Holzverarbeitung, die gewerkschaftlich auch in der IG Metall organisiert ist.

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