Zwischen Robotern, Brennstoffzellen und Ultraschallsensoren
Schröder beschwört den Aufschwung

Zehn Unternehmen in zwei Stunden - im Eiltempo sauste Gerhard Schröder (SPD) am Montag über die Hannover Messe. Dicht umringt von Kamerateams, Fotografen und Journalisten gab der Bundeskanzler zum Auftakt der sechstägigen Industrieschau zwischen Robotern, Brennstoffzellen und Ultraschallsensoren vor allem eine Botschaft aus: Es geht wirtschaftlich wieder aufwärts in Deutschland.

dpa HANNOVER. "Es gibt allen Grund, hoffnungsfroh in die nächsten Monate zu gehen", so der Bundeskanzler. Die Anzeichen für eine "deutliche Konjunkturbelebung" seien unverkennbar. Diese werde sich im zweiten Halbjahr auch auf dem Arbeitsmarkt positiv niederschlagen, meinte ein in die Kameras strahlender Kanzler. "Das Strahlen hat damit zu tun, dass sich die Stimmung deutlich gedreht hat", antwortete er auf die Frage nach dem Grund für seine gute Laune.

Wohl wissend, wie wichtig ein Konjunkturaufschwung und eine Belebung auf dem Arbeitsmarkt im Wahljahr für die rot-grüne Bundesregierung ist, mahnte Schröder: "Wir müssen aufpassen, dass das, was sich jetzt als Positives andeutet, nicht aus vordergründigen Motiven zerredet wird." War das als Warnung an die Opposition für den Bundestagswahlkampf gedacht? Schröder dementierte nur halbherzig: "Nein, ich mache ja keine Warnungen, sondern ich gebe Hinweise."

Der Kanzler besuchte in Begleitung des Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, kleine Unternehmen wie den Software-Entwickler EasyBrowse aus Schwerin ebenso wie Großkonzerne. Auf dem Siemens-Stand übernahm der Vorstandsvorsitzende Heinrich von Pierer selbst die Führung. Interessiert fragte Schröder immer wieder nach: "Wie lösen Sie das Speicherproblem", wollte er beim Stromkonzern RWE wissen, wo er sich über Photovoltaik informieren ließ.

"Was kostet das Ding?", lautete die saloppe Frage zu einem Brennstoffzellen-Heizgerät von Vaillant. "Sie bekommen natürlich einen speziellen Preis von mir", bot ihm der zuständige Marketingchef Kai Klinder an. Doch der Kanzler wehrte ab: "Das kann ich gar nicht akzeptieren. In diesen harten Zeiten muss unsereins eher zehn Prozent mehr zahlen."

Zurückhaltung zeigte er auch bei der Firma Kuka aus Augsburg. Sie präsentierte einen Industrieroboter, bei dem Besucher ähnlich wie in einem modernen Kirmeskarussell in einem Doppelsitz festgeschnallt und durch die Luft gewirbelt wurden. Vergeblich forderten die Fotografen "eine Runde" vom Kanzler. Wie hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung demonstrierte Schröder auch politisch Optimismus. So kam seine Antwort auf die Frage, wer wohl im kommenden Jahr die Hannover Messe eröffnen werde, ohne jedes Zögern: "Der Bundeskanzler - und zwar der, der hier steht."

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