Zwischen Traum und Wirklichkeit
Franka Dietzsch am Boden der Tatsachen

Das war richtig ärgerlich. Der erste Versuch war ungültig. Beim zweiten Versuch war der Abwurf viel zu flach. Das war es für die Neubrandenburgerin bei Olympia. Damit setzte die Diskuswerferin die Pleitenserie der deutschen Leichtathleten am ersten Tag im Olympiastadion fort. Kein schöner Verdienst.

HB ATHEN. Die Weltmeisterin von 1999 musste sich am Freitagabend in der Qualifikation mit 58,12 m begnügen und verfehlte damit die geforderte Qualifikationsweite von 62,50 m klar. "Den Olympia-Abschied habe ich mir anders vorgestellt. Aber ich heule nicht", sagte sie danach.

Die 36 Jahre alte Bankkauffrau, eine erfahrene Athletin mit vielen Siegen, gibt ihrem nervlichen Versagen die Hauptschuld an diesem Desaster. "Es waren die Nerven, auf keinen Fall das Vermögen", stellte sie klar. "Der erste ungültige Versuch hat klar über der geforderten Marke gelegen. Im zweiten Durchgang hat es mit der Technik nicht geklappt - und dann spielten die Nerven nicht mehr mit." Auch eine Verletzung, die sich sich vor vier Wochen am linken Knöchel zugezogen hatte, sei keine Entschuldigung: "Das lasse ich nicht gelten, es war okay."

Für die Europameisterin von 1998 in Budapest, die Rang vier bei den Spielen in Atlanta als beste Platzierung erreicht hat, war es nicht die erste Pleite. "Es sind jetzt schon drei und meine Letzte", sagte sie. Bei den Weltmeisterschaften 1997 an gleicher Stelle und im Vorjahr in Paris musste sie auch schon die Segel frühzeitig in der Qualifikation streichen. Dabei hatte sie im Vorjahr nach einer zweijährigen Pause wegen zwei Knieoperationen wieder aufhorchen lassen. In diesem Sommer warf sie in Halle/Salle 66,12 m weit.

Franka Dietzsch ist damit die zweite namhafte Neubrandenburger Athletin, die in Athen einiges schuldig blieb. Die dreifache Weltmeisterin und Kugelstoß-Olympiasiegerin von 1996 in Atlanta, Astrid Kumbernuss, war nicht fit angereist und gleichfalls in der Qualifikation gescheitert. Ob und wie es sportlich bei Franka Dietzsch weiter geht, wollte sie noch nicht sagen. "Nach so einem Wettkampf will kein Mensch weiter machen, das ist klar. Aber das entspricht auch nicht meinem Können."

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