Zwischen Wehklagen und Paukenschlägen
Die Pharmaindustrie jammert auf hohem Niveau

Mit einem Paukenschlag hat das Jahr 2004 für die Pharmabranche begonnen. Enden wird es eher mit Wehklagen.

HB FRANKFURT. Mitte Januar startete die französische Sanofi S.A. ihre feindliche Übernahme-Offerte für die fast doppelt so große Aventis-Gruppe. Der Straßburger Pharmariese - vier Jahre zuvor aus dem Zusammenschluss von Hoechst und Rhône-Poulenc entstanden - lehnte zunächst brüsk ab. Doch vier Monate später musste er sich schließlich dem Druck der französischen Regierung und einem nachgebesserten Gebot des Konkurrenten beugen. Für Sanofi-Chef Jean François Dehecq war damit der Weg frei, den nach Pfizer und Glaxo-Smithkline drittgrößten Pharmakonzern der Welt zu schaffen.

Mit der Zwangsabfindung für die letzten freien Aktionäre der Hoechst AG hat er im Dezember die letzte Hürde genommen, um auch auf der rechtlichen Ebene für klare Verhältnisse zu sorgen.

Wer nach der französischen Pharma-Ehe eine neue Konsolidierungswelle in der Pharmabranche erwartete, wurde bislang aber eher enttäuscht. Den Trend zur Konzentration untermauerten neben Sanofi/Aventis lediglich einige kleinere Transaktionen, so etwa die Übernahme von Celltech durch die belgische UCB-Gruppe.

Dabei haben sich die Herausforderungen für die Branche weiter verschärft. Zwangsrabatte und neue Höchstgrenzen für die Erstattung sorgten in Deutschland für einen Einbruch auf dem Pharmamarkt.

Auf globaler Ebene werfen unterdessen der Vermarktungsstopp für Vioxx und die Diskussion um den ähnlichen Wirkstoff Celebrex einen langen Schatten auf die Perspektiven der Branche. Beide Schmerzmittel zeigten in Langfrist-Studien erhöhte Herzinfarkt-Risiken. Der US-Konzern Merck & Co. nahm daraufhin Vioxx Ende September vom Markt. Pfizer hält an Celebrex bisher noch fest. Beide Konzerne haben seither mehr als 30 Milliarden Dollar an Börsenwert eingebüßt.

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