ZWISCHENBERICHT
Euro-Renten dank schwacher Aktien im Plus

rtr FRANKFURT. Die europäischen Rentenmärkte haben sich am Dienstag wegen der durch Gewinnwarnungen geschwächten Aktienmärkte fester präsentiert. Zahlreiche Anleger hätten ihr Kapital in den "sicheren Hafen" der Festverzinslichen umgeleitet, sagten Händler. Außerdem hätten die Renditen in der jüngsten Zeit wieder ein attraktives Niveau erreicht. "Das kommt von den Aktienmärkten", sagte ein Händler in London. Der Deutsche Aktien-Index (Dax) lag am Mittag rund 2,2 % im Minus bei 5868 Punkten, der Neue-Markt-Index Nemax50 verlor zuletzt rund 7,5 % auf 1437 Punkte. Auch der Future der US-Wachstumsbörse Nasdaq wies am frühen Nachmittag auf eine schwächere Eröffnung der US-Technologiebörse hin.

Die europäischen Zinsfutures reagierten auf die Börsenschwäche mit Kursgewinnen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future notierte gegen 14.45 Uhr MESZ fünf Ticks im Plus bei 108,14 Punkten. Der Bobl-Future legte sieben Ticks auf 105,84 Zähler zu. Am kurzen Ende notierte der Schatz-Future mit 102,76 Punkten sechs Ticks fester. Die zehnjährige Bundesanleihe Januar 2011 notierte zur Kasse mit 102,95 % nach 103,09 % am Donnerstag. Am Nachmittag lag sie bei 102,90 % und rentierte mit 4,856 %.

Die börsennotierten Bundesanleihen notierten im Kassa-Vergleich fast ausnahmslos schwächer. Nur eines der gehandelten Papiere verbesserte sich um bis zu 0,005 %punkte, während 82 bis zu 0,44 %punkte abgaben. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen stieg auf 4,82 (4,81) Prozent. Die Bundesbank kaufte in Frankfurt zum Marktausgleich Anleihen im Volumen von 60,2 (Donnerstagskäufe 186,4) Mill. ?. Der Rex-Rentenindex verlor 0,06 % auf 112,4697 Zähler.

Nach Einschätzung von Händlern belasteten die Gewinnwarnungen des US-Technologieunternehmens Cisco Systems sowie des niederländischen Elektronikkonzerns Philips die internationalen Aktienmärkte und begünstigten so den Kapitalfluss in die Rentenmärkte. Die Investoren hätten die Rentenpapiere "wiederentdeckt", wobei die Umsätze allerdings mäßig geblieben seien. Analysten zufolge dämpfte besonders die Warnung von Cisco Erwartungen, die US-Konjunktur könne sich bald wieder erholen. Die Festverzinslichen hätten zudem "nach einer kleinen Überreaktion nach unten" ein Unterstützungsniveau gefunden, sagte ein Frankfurter Händler. Die Marke von 108 Punkten für den Bund-Future habe sich immer als gute Unterstützung erwiesen, hieß es auch aus einer anderen Bank. Auf diesem Niveau werde sich das Papier zunächst stabilisieren und in einem Range zwischen 107,70 und 180,80 Punkten pendeln. Trotz der nun erreichten attraktiven Renditeniveaus ist nach Einschätzung eines Händlers zunächst kein Höhenflug zu erwarten.

Ein positives Zwischensignal könne von den US-Konjunkturdaten ausgehen. Gegen 15.15 Uhr MESZ werden die Zahlen zur US-Industrieproduktion für März veröffentlicht. Volkswirte rechnen im Mittel mit einem Rückgang um 0,1 % zum Vormonat nach einem Rückgang um 0,6 % im Februar. Aus der Euro-Zone werden am Dienstag keine wichtigen Konjunkturdaten mehr erwartet.

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