Zwischenbericht
Geplatzter Reifen Ursache für Concorde-Absturz

Ein geplatzter Reifen war die Ursache für den Absturz einer Concorde bei Paris mit 113 Toten, darunter 97 Deutsche.

dpa PARIS. Ein geplatzter Reifen war die Ursache für den Absturz einer Concorde bei Paris mit 113 Toten, darunter 97 Deutsche. Dies wurde in einem Zwischenbericht zur Untersuchung der Unfallursache festgestellt, den das französische Untersuchungsamt für Flugunfälle (BEA) am Donnerstagabend im Internet vorlegte. Wesentliche Fragen lässt der Bericht aber weiter offen. Das 80 Seiten lange Dokument führt minutiös die Details und Fakten im Zusammenhang mit der Katastrophe am 25. Juli auf, gibt aber keinen Aufschluss über die Kettenreaktion von technischen Pannen, die der Reifenplatzer auslöste.



Als «wahrscheinlich» bezeichnen die Experten des Amtes die eine Woche nach dem Unglück am 25. Juli geäußerte Vermutung, dass die Concorde auf der Abflugpiste über ein 43 Zentimeter langes Metallstück rollte, das ein anderes Flugzeug kurz vorher beim Start offenbar verloren hat. Dieses Stück soll den Reifen zum Platzen gebracht haben. Es wurde später gemeinsam mit mehr als vier Kilo schweren Reifentrümmern auf der Startbahn gefunden. Zur Begründung dieser Annahme heißt es in dem Bericht, das Metallteil enthalte Zubehörteile wie Nieten und Kitt, die bei der Concorde nicht benutzt werden. «Davon gehen wir aus, um sicher zu sein, sind aber noch weitere Untersuchungen nötig», heißt es in dem Dokument.



Mysteriös bleibt weiterhin, wie die Kettenreaktion technischer Pannen zu Stande kam, die die Concorde eineinhalb Minuten nach ihrem Start brennend in unmittelbarer Nähe des Vorortes Gonesse abstürzen ließ. «Wir wissen noch nicht, ob die Reifentrümmer die Treibstofftanks zerschlagen oder die Triebwerke zerstört haben», heißt es. Darüber soll die Rekonstruktion der Unglücksmaschine Aufschluss geben.



Der Zwischenbericht enthält auch den letzten Dialog zwischen dem Piloten der Unglücksmaschine und dem Kontroll-Tower. Daraus geht hervor, dass alle Beteiligten von dem Feuer am hinteren Teil der Maschine wussten. Nach Auskunft des Piloten war aber ein Abbruch des Startvorgangs sowie eine Rückkehr auf die Piste nicht mehr möglich. «Negativ, wir versuchen eine Landung auf dem Flughafen Le Bourget», lauteten die letzten Worte des Piloten um 16.44 Uhr. In diesem Moment stürzte die Maschine nach den vorliegenden Aufzeichnungen ab.



Auf das derzeit aus Sicherheitsgründen bestehende Flugverbot für die zwölf Concorde-Maschinen von Air France und British Airways wird sich der Zwischenbericht nicht auswirken. Vorbedingung dafür sind die restlose Aufklärung der Unfallursache sowie zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, die eine französisch-britische Expertengruppe derzeit erarbeitet. Ihr nächstes Treffen findet am 7. September in Paris statt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%