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Zwischenruf: Absehbares Ende

wb DÜSSELDORF. Lange hat er gekämpft. Nun ist er doch sang- und klanglos in die Pleite geschliddert: der Kaufring, jener Einkaufs- und Marketing-Verbund mittelständischer Warenhäuser, dem im letzten halben Jahrzehnt zunehmend mehr Kunden samt Umsatz abhanden gekommen waren.

In immer neuen Allianzen hatte die schon 1988 zur AG avancierte Ex-Genossenschaft versucht, der Schwindsucht ihrer Absatzbasis paroli zu bieten. Die letzte Liaison - mit der EK Großeinkauf - kam erst im November dieses Jahres zu Stande. Zu den ersten gehörte 1989 eine gemeinsame Einkaufsgesellschaft mit der Horten AG. Und die schädlichste war die schrittweise Übernahme des bereits nahezu insolventen Kollegen-Unternehmens Nürnberger Bund von 1997 an.

Der brachte zwar eine Mitgift von 1800 Geschäften in die Ehe ein. Doch an seiner Integration verhoben sich die Düsseldorfer nachhaltig. So musste der Kaufring schon 1999 mit den Banken über die Sicherstellung seiner Liquidität verhandeln. Obwohl er seither große Teile seines Immobilien-Vermögens versilberte, verlor er den Wettlauf mit der Zeit.

Die Konsolidierung im Einzelhandel schreitet gnadenlos voran, lässt dem Mittelstand immer weniger Raum und damit auch seinen Lieferanten. Das Aus des Kaufrings war programmiert.

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