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Zwischenruf: Auf die lange Bank geschoben

DÜSSELDORF. Die Hypo-Vereinsbank hat heute gleich zweimal überrascht. Zum einen legte die Aktie zu, obwohl Vorsteuerergebnis und Überschuss im dritten Quartal um mehr als die Hälfte eingebrochen sind. Zum anderen gab die Konzernleitung bekannt, weitere 2 200 Stellen abbauen zu wollen. Damit fallen dann insgesamt 9 000 Arbeitsplätze im Unternehmen weg.

Tatsächlich mehr als geplant? Nicht nur die Bayern sind derzeit mit drastischen Maßnahmen schnell bei der Hand. Auch andere Banken setzen unter Hinweis auf die konjunkturelle Lage fleißig den Rotstift an. Dabei haben Unternehmensberater längst schon darauf hingewiesen, dass bei deutschen Banken das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag dem internationalen Wettbewerb nachhinkt. Aber nur wer Böses denkt, glaubt, dass Managementfehler ausgesessen und Restrukturierungen erst geplant werden, wenn das Wasser bis zum Halse steht.

Vorstandssprecher Albrecht Schmidt hat heute angekündigt, der Innenausbau sei nun abgeschlossen. Auch die Vorstandsstrukturen wurden neu sortiert. Bleibt zu hoffen, dass die Hypo den Konjunkturzyklus nicht völlig verschlafen hat. Denn ist die jetzt notwendige Personaldichte erst dann erreicht, wenn die Märkte wieder anziehen sollten, wird die späte Restrukturierung zum Bumerang.

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