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Zwischenruf: Das Gute am NTL-Desaster

Der britisch-amerikanische Kabelnetzbetreiber NTL hat ein Anleihen-Debakel in Milliardenhöhe ausgelöst - und niemand regt sich auf. Dabei ist das Ausmaß schlimmer als bei der Enron-Pleite.

So merkwürdig es klingen mag: Der Fall NTL hat etwas Beruhigendes. Anders als bei Enron haben die Frühwarnsysteme der Ratingagenturen diesmal funktioniert. Alle Investoren waren vorgewarnt. Alle haben gewusst, dass die Kreditwürdigkeit des Kabelriesen miserabel ist. Anleger müssen damit kalkulieren, dass eine hohe Gewinnchance bei funktionierenden Märkten immer mit einem hohem Risiko verbunden ist. Solange die Ratingagenturen dieses Risiko angemessen abbilden, weiß jeder Anleger, worauf er sich einlässt. Bei Enron haben die Agenturen versagt, bei NTL haben sie die richtigen Signale gesendet. Das System funktioniert wieder. Und das ist das Gute am NTL-Desaster.

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