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Zwischenruf: Flowtex-Urteil ist hart und gerecht

Michael Meyer, Richter im Flowtex-Prozess, liebt eine klare Linie. Das gilt für seine straffe Verhandlungsführung, in der kein Platz für Themen war, die nicht direkt mit der Anklage zu tun hatten. Das gilt aber auch für sein Rechtsempfinden. Zwölf Jahre Haft für den Hauptbeschuldigten Manfred Schmider scheinen zwar happig. Zumal es die bislang höchste Strafe in einem deutschen Wirtschaftsverfahren ist. Gleichwohl ist sie angemessen. Zum einen war Schmider der Kopf des aufwendigen Betrugssystems, auch wenn ohne die übrigen drei Verurteilten nichts lief. Zum anderen diente der systematisch geplante Betrug Schmider vor allem als Geldbeschaffungsmaschine für seinen Zwang nach Luxus, nach Selbstdarstellung. Schmiders unter Tränen gestandene Reue in Ehren, aber die Fakten sprechen für sich. 325 Millionen Mark zweigte der Flowtex-Boss für seine "Bedürfnisse" ab. Und noch etwas: Der Flowtex-Skandal ist in seiner Dimension einmalig. Das Strafmaß erfährt deshalb eine besondere Aufmerksamkeit - nicht zuletzt auch als abschreckendes Beispiel. jkn

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