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Kommentar: Tiefer Fall für Brokat

Zu Glanzzeiten der "New Economy" hatte der damalige Brokat-Chef Stefan Röver noch geprahlt, dass selbst der Hausmeister in dem Software-Unternehmen ein Jahresgehalt von mehreren 100 000 Mark verdienen kann.

Doch Hochmut kommt vor dem Fall: Die Aktienoptionen, mit denen der Hausmeister hätte reich werden können, sind nichts mehr wert, weil das Wertpapier von Hochstständen um 200 Euro ins Bodenlose gefallen ist. Und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, wann das außergewöhnliche Kursziel eines Analysten in Höhe von "0 Euro" erreicht wird. Die Gründe dafür sind im Wesentlichen hausgemacht. Das Unternehmen mit zwischenzeitlich 1400 Mitarbeitern hatte sein weltweitetes Wachstum aggressiv vorangetrieben und dabei etwaige Risiken außer Acht gelassen. Noch im März 2000 gab Brokat eine Anleihe heraus - mit einem Zinssatz von 11,5 %.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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