Zwischenruf
Verwirrende Vielfalt in der Sicherheitshalle

Die Sonderschau IT-Sicherheit füllt in diesem Jahr auf der Systems eine ganze Halle. Doch bei aller Euphorie des Veranstalters sollte einiges künftig noch verbessert werden.

HB MÜNCHEN. Die Halle B2 ist das Filetstück der Systems 2004. Dort ist das Thema Sicherheit in der Informationstechnik zu hause. Aus Sicht des Veranstalters ist die 1999 zum ersten Mal eingerichtete "IT-SecurityArea" zu einem "Mekka der IT-Sicherheitsprofis und der Sicherheitsinteressierten" geworden. Unbeeindruckt von Konjunktureinbrüchen und verbreiteten Messe-Schrumpfungen wuchs die Sonderschau nach Angaben der Münchner Messeleitung in fünf Jahren von 900 m² auf die Fläche einer ganzen Halle mit 11 000 m², wobei etwa 20 Prozent von einer VIP-Lounge im rückwärtigen Teil der Halle eingenommen werden. Während die Sonderschau IT-SecurityArea der Systems wuchs konnte eine weltweit erfolgreiche IT-Sicherheits-Messe in Deutschland nicht Fuß fassen und stellte nach zwei Anläufen ihre Bemühungen wieder ein.

Von den großen Namen der Branche fallen Microsoft, Siemens, Sun Microsystems und Giesecke & Devrient auf. Dabei sorgte vor allem das größte Softwarehaus der Welt bereits im Vorfeld der Systems für Aufregung. Der 65 m² große Stand in der Sicherheitshalle ist der einzige Auftritt des Softwaregiganten Microsoft auf der diesjährigen Systems. Bei Durchstreifen der Halle B2 musste in München ein weiterer Wermutstropfen in Glas der Sicherheits-Euphorie der Systems festgestellt werden. Von den fünf namhaften Spezialisten für Sicherheitssoftware wie Antiviren- oder Antispam-Programme sind nur Kaspersky-Labs und Sophos mit einem eigenen Stand vertreten. Die Logos von Checkpoint Point Software Technologies, Symantec-Norton und Trend Micro sind in einem Minimaleinsatz nur auf Partnerständen vertreten, obwohl alle drei Unternehmen ihren Firmensitz in den Gewerbegebieten nördlich von München haben. Auf der Cebit dagegen werde man auf einen großen eigenen Stand nicht verzichten, war hinter den Kulissen zu hören.

So sind es in erster Linie die Stände von Vertriebspartner, die optisch mit einer den Laien verwirrenden Vielfalt das Bild der Sicherheitshalle beherrschen. Dazwischen hat der Veranstalter die Foren Rot für wirtschaftliche und strategische Frage sowie Blau für technische Fragen platziert. Ein lobenswertes Unterfangen! Doch angesichts der Geräuschkulisse von den Nachbarständen leiden die Vorträge bei diesem Layout. Die Messe wirbt zwar dafür mit dem Hinweis, man habe damit ein Konzept einer "Erlebnismesse" verwirklicht, das nicht mit "Budenreihen und Hasenställen" arbeitet und Firmenvorträgen in weit entfernten Rede-Burgen abhält. Stattdessen setzte man auf eine attraktive Vielfalt und große offene Foren mitten in der Halle - mit anschaulichen Live-Vorführungen, Präsentationen oder maximal 15 Minuten langen Kurzvorträgen. Dem muss widersprochen werden. Wenn das die einzige nennenswerte Sicherheitsmesse in Deutschland ist, muss auch akustisch geschützte Vorträge für Profis bieten.

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