Zwischenrunde
Real Madrid reist nur mit B-Team nach Athen

In der Champions League geht es um die letzten Tickets für das Viertelfinale. Doch nicht alle Vereine gehen die Spiele mit dem gebührenden Ernst an.

dpa HAMBURG. Bayer 04 Leverkusen oder Arsenal London, Panathinaikos Athen oder FC Porto: Am letzten Zwischenrunden-Tag der Champions League geht's in vier Fernduellen um die letzten beiden freien Viertelfinalplätze. Dabei ist schon jetzt von Wettbewerbsverzerrung die Rede, weil nicht alle Beteiligten die Aufgabe mit dem gebührenden Ernst angehen.

So reiste beispielsweise das bereits qualifizierte Real Madrid mit einem B-Team nach Athen, das nicht zuletzt deshalb hofft, den noch nötigen Punkt zum sicheren Weiterkommen zu bekommen. Fast alle Stars der "Königlichen" erhielten von Trainer Vicente del Bosque eine schöpferische Pause: Luis Figo, Zinedine Zidane, Raul, Roberto Carlos, Fernando Hierro, Claude Makelele, Michel Salgado und Guti. Dafür vertreten acht Spieler aus der Reserve-Mannschaft, die allenfalls eingefleischten Fans ein Begriff sind, die Farben der "Königlichen" in Athen.

"Die Nachrücker sind motivierter als die Etablierten und wollen mit einem Sieg zeigen, dass sie in die Mannschaft gehören", warnte Panathinaikos-Wintereinkauf Robert Jarni, einst bei Real Madrid unter Vertrag. Die Griechen können zwar auf den kroatischen Nationalspieler setzen, müssen aber auf Angelos Bassinas, Sotiris Kirjakos (beide gesperrt) und Leonidas Vokolos (verletzt) verzichten.

"Wir werden den Punkt zum Weiterkommen holen", verspricht Jarni. Nur im Falle einer Niederlage der Griechen kann der FC Porto mit einem Sieg bei Schlusslicht Sparta Prag nach Punkten mit Panathinaikos gleichziehen. Auf Grund des direkten Vergleichs würde dann Porto als Zweiter der Gruppe C ins Viertelfinale einziehen.

Auch Arsenal London ist in der Gruppe D auf fremde Hilfe durch Deportivo La Coruna gegen Bayer Leverkusen angewiesen. Verlieren die Galizier gegen den Bundesliga-Spitzenreiter, wären die "Gunners" auch bei einem Sieg beim Tabellenletzten Juventus Turin aus dem Rennen. Allerdings will sich die "alte Dame" nach den zuletzt enttäuschenden Vorstellungen wenigstens ordentlich aus der "Königsklasse" verabschieden. "Es gibt einen sportlichen Anstand", erinnerte Torhüter Gianluigi Buffon.

Trainer Marcello Lippi ließ allerdings offen, ob er wirklich seine beste Elf ins Rennen schickt oder nicht doch den ein oder anderen Leistungsträger für das Punktspiel der Serie A am Samstag gegen den AC Parma schont. Schließlich liegt Juventus in der nationalen Meisterschaft mit nur einem Zähler Rückstand auf Tabellenführer AS Rom aussichtsreich im Rennen.

Arsenal-Trainer Arsene Wenger setzt auf die Auswärtsstärke seiner Elf, die in der Premier League noch kein Spiel in fremden Gefilden verloren hat. Was er von der Zwischenrunden-Arithmetik in der Champions League hält, formulierte der Elsässer so: "Es ist verrückt. Wenn wir verlieren und Leverkusen verliert auch, sind wir weiter. Aber wenn wir gewinnen und Leverkusen auch, sind wir draußen. Das soll einmal einer einem Mathematiker erklären."

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