Zwischenzeitlicher Kursrutsch: Euro stabilisiert sich über 0,86 Dollar

Zwischenzeitlicher Kursrutsch
Euro stabilisiert sich über 0,86 Dollar

Der Euro hat sich am Montag wieder oberhalb der Marke von 0,86 Dollar stabilisiert, nachdem er zwischenzeitlich den tiefsten Stand seit sechs Monaten markiert hatte.

Reuters FRANKFURT. Obwohl der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex im Januar unerwartet stark gestiegen war und damit den Euro gegenüber dem Dollar festigen könnte, rutschte die europäische Gemeinschaftswährung zeitweise auf 0,8575 Dollar. Gegen 19 Uhr MEZ stabilisierte sich der Euro mit rund 0,8616/20 Dollar oberhalb des Referenzkurses der Europäischen Zentralbank (EZB) von 0,8578 (Freitag 0,8663) Dollar. Im Referenzkursverfahren der Banken EUROFX wurde die Gemeinschaftswährung mit 0,8596 Dollar rund einen halben Cent niedriger festgelegt als am Freitag.

Schnellere Erholung in den USA erwartet

Der Dollar werde weiter von der Erwartung gestützt, dass sich die europäische Wirtschaft nicht so schnell erholen werde wie die in den USA, begündeten Händler den Kursrutsch. Außerdem dämpfe der Index-Anstieg Hoffnungen auf eine baldige Konjunktur stützende Zinssenkung in der Euro-Zone. Die Märkte blicken Händlern zufolge nun auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) am Mittwoch. Mit einer weiteren Leitzinssenkung werde nicht gerechnet.

Der Stimmungsindikator des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo stieg im Januar auf 86,3 Punkte von 85,8 Punkten im Dezember. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Anstieg auf 85,7 Punkte gerechnet. Analysten sprachen von Anzeichen für einen Beginn der konjunkturellen Belebung in Deutschland. Allgemein werde aber davon ausgegangen, dass die Wirtschaft in den USA schneller anziehe als in Deutschland oder der Euro-Zone.

Euro weiterhin unter Druck

"Der Euro steht kurzfristig nach wie vor stark unter Druck. Der Ifo-Index reicht da nicht aus, um einen Impuls nach oben zu geben", sagte Alexandra Bechtel, Devisenhändlerin bei der Commerzbank in Frankfurt. Die Devisenmärkte seien auch für den Fall eines über den Prognosen liegenden Index-Anstiegs darauf vorbereitet gewesen, Euro zu verkaufen, sagte Ian Stannard, Devisenstratege bei BNP Paribas. Er fügte hinzu: "Der verbesserte Ifo-Index könnte zusammen mit einem vorübergehenden leichten Anstieg der Inflation als Folge der Euro-Bargeldeinführung die Märkte zu der Einschätzung bringen, dass es kurzfristig keine Zinssenkung geben wird. Und das ist nicht günstig für den Euro."

Händler und Analysten äußerten sich skeptisch über eine baldige Erholung des Euro und schlossen weitere Verluste zum Dollar im Verlauf der Woche nicht aus. "Es ist eine Fortsetzung der Geschichte vom starken Dollar, aber die aktuelle Kursbewegung bei europäischen Währungen hat mehr mit technischen als mit fundamentalen Faktoren zu tun", sagte Francesca Fornasari, Volkswirtin bei Lehman Brothers.

M3-Zahlen ohne Einfluss auf Devisenmarkt

Händlern zufolge lösten Anleger ihre zuvor aufgebauten Euro-Positionen auf und brachten die Gemeinschaftswährung damit unter Druck. "Die technische Situation des Euro sieht schrecklich aus, wir wären nicht überrascht, ihn die 84 Cent (Marke) testen zu sehen", sagte Ron Leven, Währungsstratege bei Lehman Brothers in Tokio.

Die Zahlen zum Wachstum der Geldmenge M3 in der Euro-Zone hatten kaum Einfluss auf den Devisenmarkt. In der Jahresrate nahm die Geldmenge wie schon im November um 8,0 Prozent zu. Ein beschleunigtes M3-Wachstum signalisiert in der Regel höhere Inflationsrisiken und verringert damit den Spielraum für Zinssenkungen der EZB, deren oberstes Ziel die Preisstabilität ist. Doch die EZB hatte zuletzt wiederholt darauf hingewiesen, dass die M3-Daten derzeit wenig aussagekräftig für die künftige Inflationsentwicklung seien. Sie begründete dies damit, dass das Geldmengenwachstum wegen der Unsicherheit an den Finanzmärkten weiterhin von Portfolioumschichtungen in liquidere Anlageformen geprägt sei.

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