Zwölf Fälle direkt betroffen
Versicherungen drohen Holocaust-Klagen

Laut einem US-Bundesgericht können Holocaust-Opfer und ihre Nachkommen vor amerikanischen Gerichten im Zusammenhang mit Versicherungspolicen aus der Zeit des Nationalsozialismus gegen europäische Versicherungen Klage erheben.

Reuters NEW YORK. Das Gericht lehnte am Mittwoch den Antrag der italienischen Assicurazioni Generali und der Zurich Life ab, die solche Klagen nicht von amerikanischen Gerichten behandelt sehen wollten. Die Versicherer erklärten, schliesslich seien die in Frage stehenden Policen in Europa ausgestellt worden. Zudem, so trugen die Anwälte der Versicherungen vor, gebe es eine internationale Kommission (International Commission on Holocaust Era Insurance Claims - ICHEIC), die sich mit den Fragen befasse.

Mit Blick auf die Kommission erklärte Richter Michael Mukasey, es bestehe die Gefahr von Interessenkonflikten, da die Kommission von der Versicherungsindustrie finanziert werde.

Morris Ratner, ein Anwalt der Holocaust-Opfer erklärte, es gehe um zehntausende von Nazi-Opfern und ihre Angehörigen, die nun ihre Ansprüche auf Versicherungspolicen gelten machen könnten, die von Generali und Zurich ausgestellt worden seien.

Allerdings, so Ratner weiter, gehe es nicht allein um Versicherungsleistungen. Seine Seite verlange auch eine Aufstellung aller Versicherungsverträge aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Es könnte ja sein, dass es noch Menschen gebe, die gar nicht wüssten, dass ihnen noch Ansprüche aus solchen Versicherungsverträgen zustünden, sagte der Anwalt.

Direkt betroffen von dem Urteil seien zwölf Fälle. Er wolle aber die nötigen Schritte unternehmen, damit sich viel mehr Menschen der Klage anschliessen könnten, sagte er weiter.

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