Zyklisch schwache Geschäftssituation
Juniper reduziert Umsatz- und Gewinnerwartungen drastisch

Der US-Netzwerkhersteller Juniper Networks hat seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Quartal drastisch gesenkt. Man erwarte im zweiten Quartal (per Ende Juni) nun noch einen Umsatz vor Sonderposten von 200 bis 210 Mill. Dollar, teilte der zu den weltweit größten Netzwerkherstellern gehörende Konzern am Freitag in Sunnyvale mit.

Reuters SUNNYVALE. Bislang hatte Juniper 300 bis 330 Mill. Dollar Umsatz prognostiziert. Der Gewinn pro Aktie werde acht bis neun Cents betragen, verglichen mit den Analysten-Erwartungen von 22 bis 26 Cents. Als Grund für die Absenkung nannte der Konzern eine zyklisch schwache Geschäftssituation bei Telekom-Dienstleistern und global agierenden Telekom-Anbietern.

Die Aktie brach nach der Mitteilung vorbörslich ein. Der Nasdaq-Future September, der im Tagesverlauf bis auf 2 022 Zähler gestiegen war, büßte bis zum frühen Nachmittag einen Großteil seiner Gewinne wieder ein und notierte mit 1 989 Zählern, Dies bedeutete allerdings immer noch einen Zuwachs von 11,5 Punkten oder etwa 0,5 Prozent.

Juniper teilte am Freitag zudem mit, die Belegschaft um acht bis neun Prozent zu reduzieren, wofür einmalig 45 Mill. Dollar (rund 104 Millionen DM) zurückgestellt würden.

Der Konzern verwies bei den Geschäftserwartungen für das zweite Quartal darauf, dass die nun vorhergesagten Umsätze immer noch um 80 Prozent über dem Vorjahreswert lägen.

Im ersten Quartal 2001 hatte Juniper noch einen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um das Siebenfache gesteigerten Reingewinn von 58,6 Mill. Dollar ausgewiesen, was 17 Cents je Aktie entsprach. Bereinigt um Sonderfaktoren betrug der Gewinn 85,4 Mill. Dollar oder 25 Cents je Aktie nach drei Cents im Jahr zuvor.

Im vorbörslichen Handel am frühen Freitagnachmittag gaben die Aktien von Juniper deutlich nach. Die Titel wurden auf dem System Instinet mit 39,50 Dollar gehandelt, nach einem Schlusskurs von 46,63 Dollar am Donnerstag. Auch die Aktien von Konkurrenten wie Cisco verloren vorbörslich.

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