Zyklische Werte auf Gewinner-Seite
Wall Street näherte sich wichtiger Marke

Wie die Wirtschaftsdaten belegen, haben die amerikanischen Konsumenten das Vertrauen in die US-Konjunktur nicht verloren. Das brachte am Dienstag auch das Vertrauen der Investoren zurück. Die beiden US-Indizes näherten sich am Dienstag ihren psychologisch wichtigen Marken.

Reuters NEW YORK. Der Dow Jones kletterte um 125 Punkte und beendete den Handelstag auf 9 946 Zähler. Die Nasdaq schloss mit einem Plus von 31 Zählern auf 1 687.

Die beiden US-Indizes näherten sich am Dienstag ihren psychologisch wichtigen Marken. Der Dow Jones überwand im Handelsverlauf die magische 10 000 Grenze, konnte sich jedoch auf diesem Niveau nicht halten. Auch die Nasdaq scheiterte erneut an der 1 700 Marke.

Wer hat den Markt aus dem Sumpf gezogen? - Wieder einmal der Verbraucher. Das Verbrauchervertrauen, ermittelt von der Universität Michigan, ist im April nur leicht gefallen. Mit 108,8 Punkten lag der Index im Rahmen der Erwartungen. Das bedeutet, dass die Konjunkturerholung zwar nicht so rasant ausfällt wie von vielen Marktteilnehmern beschworen, aber dennoch stattfindet. Auch der Chicago Einkaufsmanagerindex ist nur leicht auf 54,7 Zähler gefallen und notierte damit noch deutlich in der Wachstumszone.

Von den starken Zahlen seitens der Verbraucher konnten die Konsumaktien nicht profitieren. Obwohl der Branchenriese Procter & Gamble, Hersteller von Pampers, Pringels und Zahnpasta, mit einem Gewinn- und Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich das beste Quartal seit 1995 hinter sich hat, legte die Aktie nur leicht zu.

Zu den größten Gewinnern gehörten am Dienstag die zyklischen Werte wie International Paper, United Technologies und 3M. Die Ankündigung des Technologie-Konzerns IBM, die Dividende zu erhöhen und Aktien im Wert von 3,5 Mrd.$ zurückzukaufen, löste am Markt nur wenig Reaktionen aus. Das Papier beendete den Handel leicht im Minus.

Deutlichen Auftrieb verspürte der Rüstungssektor. Ein von Northrop Grumman geführtes Konsortium hat einen 2,9 Mrd. $ schweren Großauftrag vom Verteidigungsministerium gewonnen. In den nächsten vier Jahren wird das Unternehmen eine neue Generation Zerstörer bauen, die Modellreihe DD-X. Vieles deute darauf hin, so Northrop-Chef Kent Kresa, dass die USA weiter aufrüsten werden, und dass der Auftrag auf ein Volumen von bis zu 60 Mrd. $ angehoben werden könnte. Der Kurs legte um 4 % zu. Die Papiere der Konkurrenten wie Lockheed Martin, General Dynamics und Boeing standen ebenfalls auf der Einkaufsliste der Investoren.

Der Telekom-Sektor erholte sich am Dienstag. AT&T und SBC Communications legten zwischen 2 % und 4 % zu. Qwest Communications verbesserte sich um 1 %, obwohl das Unternehmen im abgelaufenen Quartal einen Verlust von 10 Cent pro Aktie eingefahren hat. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Gewinn von 13 Cents pro Aktie in den Büchern. Der Umsatz ist um fast 15 % eingebrochen. Offen gibt man zu, unter schwacher Nachfrage und hartem Wettbewerb zu leiden.

Die Investoren trauern dem Abschied des Gründers und Vorstandschefs Bernard Ebbers von WorldCom nicht hinterher. Sie honorierten die Nachricht mit einem Aufschlag von 5 %. Das Unternehmen hat Ebbers vor die Tür gesetzt. Nachfolger wird der stellvertretende Vorsitzende John Sidgmore, der zuvor jahrelang die Internet-Sparte UU-Net geleitet hatte. Ebbers hat sich jahrelang aus der Geschäftskasse bedient und das finanzielle Desaster des Telekomproviders mitverschuldet. WorldCom hat mittlerweile einen Schuldenberg von 30 Mrd. $. Viele Marktbeobachter sehen den Konzern außer Stande, seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können.

Auf dem absteigenden Ast befand sich hingegen Micron Technology. Nachdem die Gläubiger des koreanischen Chipriesen Hynix erst am Montag grünes Licht für eine Übernahme durch den US-Chipriesen gegeben haben, kam am Dienstag das Veto des eigenen Managements. Ein Merger scheint vorerst außer Reichweite, die Micron-Aktie gab um 9 % nach. Die Analysten von Merrill Lynch empfehlen den Anlegern unterdessen, die heutige Kursschwäche zum Einstieg zu nutzen. Die Empfehlung "Aggressiv Kaufen" wird bestätigt.

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